RWE & Co.

EU verhängt Millionen-Geldbuße gegen Energiekonzerne

Die EU-Kommission hat gegen zehn Energiekonzerne wegen der Beteiligung an einem Wachskartell eine Geldbuße von 676 Millionen Euro verhängt. Zu den Bestraften gehöre auch der deutsche Energiekonzern RWE, der eine Strafe von etwa 37,5 Millionen Euro zahlen muss, so die Brüsseler Wettbewerbshüter.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Brüssel (ddp.djn/sm) - Die weiteren Konzerne sind ENI, ExxonMobil, Hansen & Rosenthal, Tudapetrol, MOL, Repsol, Sasol und Total. Sie haben sich von 1992 bis 2005 an einem Paraffinwachs-Kartell im Europäischen Wirtschaftsraum beteiligt und damit gegen das Kartellverbot verstoßen hatten.

Ein weiteres Kartellmitglied - Shell - sei einer Geldbuße entgangen, weil das Unternehmen als Kronzeuge die Existenz des Kartells gegenüber der EU-Kommission aufgedeckt hatte, teilte die Behörde weiter mit. Sämtlichen Kartellmitgliedern seien Preisabsprachen in Bezug auf die betroffenen Produkte nachgewiesen worden. Zudem hätten sich ExxonMobil, MOL, Repsol, Sasol, Shell und Total Märkte und Abnehmer untereinander aufgeteilt.

"Die Unternehmen hielten regelmäßige Treffen ab, um Preise abzusprechen, Märkte und/oder Abnehmer untereinander aufzuteilen und sensible Geschäftsinformationen auszutauschen", teilte die Kommission mit.

Paraffinwachse werden für die Herstellung einer Vielzahl von Produkten wie beispielsweise Kerzen, Papier, Chemikalien aber auch Reifen oder Autoteile verwendet.

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