Energiesicherheit

EU und Russland wollen neue Gaskrise verhindern

Eine ranghohe EU-Delegation hat sich am Freitag in Moskau für eine zuverlässigere Versorgung mit russischem Gas eingesetzt. "Die Frage der Energiesicherheit ist sehr wichtig", räumte der russische Präsident Dmitri Medwedew bei dem Treffen mit der Delegation ein.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (AFP/sm) - "Die letzte Gaskrise hat gezeigt, dass es in diesem Bereich nicht sehr gut läuft", sagte Medwedew bei dem Treffen mit der EU-Delegation im Kreml. Um eine Wiederholung der Krise zu verhindern, müsse über ein "echtes internationales Rechtssystem" nachgedacht werden, da das gegenwärtige System nicht funktioniere, sagte Medwedew laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Regierungschef Wladimir Putin forderte die EU-Beobachter auf, mindestens bis Ende März die Gaslieferungen durch die Ukraine weiter zu kontrollieren. Wegen eines Streits über unbezahlte Rechnungen und den künftigen Gaspreis hatte Russland die Gas-Lieferungen im Januar zwei Wochen lang gestoppt, was in mehreren EU-Ländern Versorgungsengpässe verursachte.

Die EU-Kommission wollte Moskau an seine Pflichten als größter europäischer Erdgas-Lieferant erinnern. Im jüngsten Streit mit der Ukraine war der Gashahn rund zwei Wochen zugedreht gewesen. Barroso hatte auf der Höhe der Krise Russland und der Ukraine vorgeworfen, ihren Ruf als zuverlässige Energielieferanten aufs Spiel zu setzen.

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