Klimaschutz

EU-Umweltminister legen Position für Montreal fest

Bei dem gestrigen Treffen haben sich die EU-Umweltminister auf eine gemeinsame Position für die Klimaschutz-Konferenz Endes des Jahres in Montreal geeinigt. Danach sollen die Klimaschutzziele über 2012 hinaus, dem Ablauf des Kyoto-Protokolls, fortgeschrieben werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin zeigte sich erfreut über das Ergebnis: "Wir brauchen verbindliche und ambitionierte Klimaschutzziele für die Zeit nach 2012. Nur wenn wir den verbindlichen internationalen Rahmen ausbauen, haben wir eine Chance, den Klimawandel noch auf ein erträgliches Maß zu begrenzen und eine globale Erwärmung um mehr als zwei Grad zu verhindern. Zu dem mit dem Kyoto-Protokoll eingeschlagenen Weg gibt es keine Alternative."

Im Kyoto-Protokoll hatte sich die EU verpflichtet, bis 2012 die Treibhausgase um acht Prozent zu reduzieren. Nach Angaben des Umweltministeriums hat Deutschland im Rahmen der europäischen Lastenteilung 21 Prozent übernommen und bisher gut 19 Prozent erreicht.

Die Umweltminister vereinbarten, dass die Europäische Union auch in Zukunft Vorreiter im internationalen Klimaschutz sein will. So hatte sie sich im März für Reduzierungspfade der Industrieländer in der Größenordnung von 15 bis 30 Prozent bis 2020 und 60 bis 80 Prozent bis 2050 (gegenüber 1990) ausgesprochen.

Bundesumweltminister Trittin verwies gleichzeitig auf die wirtschaftspolitischen Aspekte: "Die Zeit für eine Fortentwicklung drängt: Unsere Industrie braucht Planungssicherheit. Sie braucht ein klares Signal, dass sich Klimaschutz auch in Zukunft innerhalb und außerhalb der EU rechnen wird. Seit der Einführung des Emissionshandels hat jede Tonne ausgestoßenes Kohlendioxid einen Preis. Das lenkt Investitionen in klimafreundliche und moderne Technologien. Über den Clean Development Mechanism (CDM - sauberer Entwicklung), der Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern belohnt, bekommt unsere Industrie zusätzliche Anreize, kohlenstoffarme Technologie in Zukunftsmärkte zu exportieren. Davon profitieren unsere innovativen Branchen wie z.B. die erneuerbaren Energien, die Entwicklungsländer und das Klima gleichermaßen."

Weitere Themen des Treffens waren die Diskussion des Vorschlags der EU-Kommission zur Emissionsminderung des Luftverkehrs sowie die neue Chemikalienpolitik der EU.

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