Hochsee-Windpark

EU stellt Zuschuss für Alpha Ventus in Frage

Die Europäische Kommission und Deutschland sind uneins über Staatshilfe für den neuen Hochsee-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee. Die Brüsseler Behörde blockiere einen Zuschuss von 30 Millionen Euro für das Pionierprojekt, das am Dienstag eingeweiht wurde.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Das erklärte das Bundesumweltministerium dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. Die Kommission hat demnach Wettbewerbsbedenken. Die Kommission teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass sie "noch keine Entscheidung" getroffen habe. "Die Kommission prüft die Informationen, die Deutschland kürzlich zur Verfügung gestellt hat."

Alpha Ventus ist der erste Windpark in Deutschland, der auf hoher See Strom produziert. Ein Konsortium aus den Energiekonzernen Eon, Vattenfall und EWE investierte in die Anlagen 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum insgesamt 250 Millionen Euro. Die insgesamt produzierte Strommenge soll einmal dem Verbrauch von 50.000 Haushalten entsprechen. Mit Bau und Betrieb des Offshore-Windparks sollen auch Erfahrungen für zukünftige Projekte gewonnen werden.

Die EU-Kommission prüft staatliche Hilfen an die Wirtschaft, damit nicht ein Land eigene Unternehmen bevorzugt und so den Wettbewerb verzerrt. In begründeten Fällen, etwa zur Förderung neuer Technologien, gibt die Behörde Subventionen aber grünes Licht.

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