"Dritter Weg"

EU-Staaten einigen sich auf mehr Wettbewerb bei Strom und Gas

Auf den europäischen Strom- und Gasmärkten soll künftig mehr Wettbewerb herrschen. Darauf einigten sich die EU-Staaten am Freitag abschließend in Luxemburg, wie der französische EU-Vorsitz mitteilte. Die Bundesregierung verhinderte jedoch Zwangsverkauf der Netze.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Luxemburg (AFP/sm) - Die EU-Kommission wollte Energieriesen wie RWE oder die französische EDF ursprünglich per Gesetz zum Verkauf ihrer Netze zwingen und so die Preise für die Verbraucher senken. Die jetzt gefundene Einigung schreibt aber einen Anfang Juni gefundenen Kompromiss fest. Danach können Länder wie Deutschland oder Frankreich einen "dritten Weg" gehen und von den Konzernen lediglich eine stärker organisatorische Trennung von ihren Netzsparten verlangen.

Die Einigung muss noch vom Europaparlament bestätigt werden. Die Bundesregierung lässt derzeit die Möglichkeit für die Schaffung eines einheitlichen Stromnetzes in Deutschland prüfen. Unter massivem Druck der EU-Wettbewerbshüter hatten E.ON und Vattenfall dieses Jahr dem Verkauf ihrer Transportnetze zugestimmt.

Trotz der Liberalisierung auf dem Energiemarkt zahlen die deutschen Verbraucher nach Ansicht der Bundesnetzagentur weiterhin zu viel Geld für Strom und Gas. Die Bundesregierung wollte aber eine "Zwangsenteignung" der Konzerne durch Brüssel verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Justiz

    Banken sollen wegen Zinsmanipulationen Millionen zahlen

    Wegen Zinsmanipulationen verlangt die EU-Kommission von den drei Großbanken JPMorgan Chase, Crédit Agricole und HSBC Strafgelder in Millionenhöhe. Der sogenannte Euribor-Skandal beschäftigt die Behörde seit Jahren.

  • Europa

    VW-Skandal: EU will Verfahren gegen Deutschland einleiten

    Offenbar plant die EU-Kommission wegen des Abgas-Skandals rund um VW ein Verfahren gegen Deutschland einzuleiten. VW hatte bei den Abgaswerten seiner Diesel-Fahrzeuge getrickst. Bei dem Verfahren werden die deutschen Kontrollinstanzen hinterfragt.

  • Festnetzanschluss

    EU erlaubt OTE-Übernahme durch Deutsche Telekom

    Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des griechischen Telekomkonzerns OTE durch die Deutsche Telekom genehmigt. Die Transaktion sei keine Gefahr für den Wettbewerb in Europa, teilte die Brüsseler Behörde mit.

  • Hochspannungsmasten

    Wirtschaftsministerium ernennt Moderator für Netzgesellschaft

    Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat einen Moderator ernannt, der Möglichkeiten für die Schaffung eines einheitlichen Stromnetzes in Deutschland ausloten soll. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Infineon, Max Dietrich Kley, habe sich bereit erklärt, diese Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen, erklärte das Ministerium.

  • Strompreise

    EU verhängt Millionen-Geldbuße gegen Energiekonzerne

    Die EU-Kommission hat gegen zehn Energiekonzerne wegen der Beteiligung an einem Wachskartell eine Geldbuße von 676 Millionen Euro verhängt. Zu den Bestraften gehöre auch der deutsche Energiekonzern RWE, der eine Strafe von etwa 37,5 Millionen Euro zahlen muss, so die Brüsseler Wettbewerbshüter.

Top