Abkommen unterzeichnet

EU: Russland will ab Dienstag wieder Gas liefern (Upd.)

Die Ukraine hat das Abkommen mit Russland über Gaslieferungen nach Europa ohne den umstrittenen Zusatz unterzeichnet. Zuvor hatte sich Russland geweigert, das bereits unterzeichnete Abkommen umzusetzen, da Kiew nach der Unterzeichnung durch Moskau einen Satz handschriftlich hinzugefügt habe. Ab Dienstag wolle Gazprom nun wieder Gas liefern.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Moskau/Kiew (AFP/sm) - Russland will seine Gaslieferungen nach Europa nach EU-Angaben am Dienstagmorgen wieder aufnehmen. Das Gas solle ab 08.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit wieder durch die Pipelines in der Ukraine fließen, sagte ein Sprecher des tschechischen EU-Vorsitzes. Gazprom erklärte, das Unternehmen nehme die Lieferungen wieder auf, sobald die vertraglich vereinbarten Beobachter ihre Arbeit aufgenommen hätten.

Russland, die Ukraine und die Europäische Union hatten am Wochenende ein Abkommen über die Gaslieferungen nach Europa unterzeichnet. Ein umstrittener Zusatz der Ukraine hatte die mühsam ausgehandelte Einigung am Sonntag im Gasstreit wieder zunichte gemacht: Russland erklärte die Einigung für "null und nichtig".

Kiew hatte in dem Vertragszusatz erklärt, keine Schulden bei Gazprom zu haben und alle finanziellen Fragen zu bereits verbrauchtem Gas geklärt zu haben. Zudem dementierte Kiew darin den russischen Vorwurf, Gas abgezweigt zu haben. Der Weg für eine endgültige Einigung wurde frei, nachdem die Ukraine auf den Zusatz wieder verzichtete.

Beobachter sollen Gastransport überwachen

Das Abkommen sieht vor, dass gemischte Gruppen aus jeweils 25 Experten aus Russland, der Ukraine und der EU für die Überwachung der Lieferungen durch die Ukraine zuständig sind. Die Beobachter sollen kontrollieren, ob die Ukraine widerrechtlich Gas von den für Europa bestimmten russischen Lieferungen abzweigt, wie Moskau es der ehemaligen Sowjetrepublik vorwirft. Viele der Beobachter sind bereits vor Ort.

EU-Energieminister beraten über Gas-Krise

Aus Unternehmenskreisen bei Gazprom hieß es, Unternehmenschef Alexej Miller werde am Montag nach Brüssel zu Gesprächen über den Gasstreit reisen. In Brüssel kommen am Nachmittag die Energieminister der Europäischen Union zu einem Sondertreffen über die Gaskrise zusammen.

Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek hatte Russland und die Ukraine bereits am Wochenende dazu aufgefordert, eine nachhaltige Lösung für ihren Streit über die bilateralen Energiebeziehungen zu suchen. Das Risiko einer Wiederholung der Krise müsse minimiert werden.

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