Mehr als einfach nur Strom liefern

EU-Projekt verbessert Einsatz von dezentralen Erzeugungsanlagen

Wenn der Strom aus Dezentralen Energieerzeugungsanlagen wie beispielsweise Photovolaikanlagen künftig über Stromrichter ans Netz gekoppelt wird, können gleichzeitig aktiv Netzstörungen beseitigt werden. Mit den wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen dafür beschäftigt sich das Pilotprojekt DINAR.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Dortmund (red) - Die EUS GmbH hat gemeinsam mit dem Institut für Solare Energietechnik (ISET) eine Strategie für die massenhafte, flächendeckende Integration von dezentralen regenerativen Energieerzeugungsanlagen als Voraussetzung für den Ersatz konventioneller Kraftwerke entwickelt.

Dezentrale Energieerzeugungsanlagen (DEA) mit Primärenergie aus Sonne und Biomasse, aber auch umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung speisen bislang einfach nur den gerade erzeugten Strom ins Netz ein. Damit würden sie weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. EUS und ISET wollen mit mit Energieversorgern und Anlagenherstellern bis 2007 in einem vom BMU geförderten Pilotprojekt aufzeigen, wie eine intelligente Integration dezentraler Energieerzeugungsanlagen in das Niederspannungsnetz realisiert werden könnte.

Es bestünden gute Möglichkeiten, Betreiber dezentraler Energieerzeugungsanlagen in den Netzbetrieb einzubinden. Bislang würden diese Anlagen ihren Strom meist schwankend liefern - je nach Sonnenschein oder Wärmebedarf, ohne die damit für Netzbetreiber entstehenden Probleme zu berücksichtigen. Die Netzbetreiber könnten so die Produktion konventioneller Kraftwerke nur teilweise ersetzen.

Nun würden jedoch zunehmend mehr DEA nicht direkt, sondern über moderne Stromrichter an das Niederspannungsnetz gekoppelt. Diese können für eine störungsfreie, phasengerechte Einspeisung von Wechselstrom ins Niederspannungsnetz sorgen und aktiv Netzstörungen beseitigen. So sei es denkbar, dass Stromrichter über die Einspeisung von Blindleistung die Spannung regeln und Netzrückwirkungen herausfiltern. Beides soll wesentlich flexibler, technisch eleganter und wirtschaftlich günstiger geschehen als es den Netzbetreibern bislang möglich ist.

Voraussetztung dafür ist, dass die wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen entsprechend definiert werden. Das ist der Ansatz für das Projekt "Dezentrale regenerative Energieversorgungsanlagen: Technische und wirtschaftliche Integration in den Netzbetrieb und Anpassung von Rahmenbedingungen", kurz DINAR. Das Forschungsprojekt wird durch namhafte Industriepartner finanziert und in der jetzigen zweiten Phase auch öffentlich gefördert. Die Mitarbeit im Forschungsprojekt ist für weitere Interessenten offen.

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