Klimapolitik

EU-Pläne könnten Energieversorger unter Druck setzen

Sollten die Energieeffizienz-Pläne der EU-Kommission verabschiedet werden, könnten nach Auffassung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler kleine und mittlere Energieversorger in Bedrängnis geraten, da sie jährlich 1,5 Prozent ihres Absatzes einsparen sollen. Die Bundesregierung hat zu den Plänen bislang nicht eindeutig Stellung bezogen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht auf Deutschlands kleine und mittlere Energieversorger Probleme zukommen, falls die Energieeffizienz-Pläne der EU-Kommission wie geplant verabschiedet werden. Hierzulande gebe es "über 1000 kleine, gerade kommunale Versorger", "die werden ihre Schwierigkeiten haben", sagte Rösler am Dienstag vor einem Rat der EU-Energieminister in Brüssel.

Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent

Rösler bezog sich auf das von der EU-Kommission vertretene Ziel, dass Versorger pro Jahr künftig Einsparungen von 1,5 Prozent des Absatzes bei ihren Kunden vorweisen müssen. Der Absatz würde dabei nicht gedeckelt. Stattdessen gälten Schritte, die bei den Endkunden die Effizienz erhöhen, als Beleg für Einsparungen. Gesamtziel der Vorschläge von Energiekommissar Günther Oettinger ist eine Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent bis 2020.

Einheitliche Linie fehlt

Die Bundesregierung hat bisher keine einheitliche Position zu den Plänen, begrüßt nach den Worten Röslers aber ein gemeinsames Ziel auf EU-Ebene. Bislang herrscht in mehreren Punkten Uneinigkeit zwischen Rösler und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). "Wenn es notwendig wird, wenn konkrete Entscheidungen anstehen, dann werden wir auch eine gemeinsame klare konkrete deutsche Position haben", sagte Rösler dazu am Dienstag.

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