Kritik an Verordnung

EU-Parlament fordert Stellungnahme zu Glühbirnen-Verbot

Im Streit um das beschlossene Aus für herkömmliche Glühbirnen hat sich das Europaparlament nun an den zuständigen Energie-Kommissar Andris Piebalgs gewandt. Der Umweltausschuss des Parlaments formulierte am Mittwoch eine Reihe von Fragen, die der Kommissar bis kommenden Montag beantworten solle.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (AFP/sm) - Nach Angaben des CSU-Abgeordneten Markus Ferber soll etwa geklärt werden, wie die Kommission die erhofften Energie-Einsparungen durch das geplante Glühbirnen-Verbot errechnet hat. Ferber zufolge soll Piebalgs auch zu Entsorgungsproblemen bei den so genannten Energiesparlampen Stellung nehmen, die schrittweise die klassischen Glühbirnen ersetzen sollen. Bisher nehmen nur wenige Baumärkte oder Supermärkte diese Lampen zurück, was eine korrekte Entsorgung schwierig macht.

Experten aus den 27 EU-Staaten hatten im Dezember Kriterien für die Energie-Effizienz von Lampen festgelegt. Diese Vorgaben bedeuten de facto ein Verbot herkömmlicher Glühbirnen, die ab dem 1. September schrittweise durch Energiesparbirnen ersetzt werden sollen.

Im Europaparlament will eine Gruppe von euroskeptischen, konservativen und liberalen Abgeordneten dies nun rückgängig machen. Ein solches "Produktverbot" schränke die Freiheit der Bürger ein, betont Ferber. Der Umweltausschuss will am kommenden Dienstag entscheiden, ob im März das Plenum mit der Frage befasst werden soll. Das Plenum könnte die EU-Kommission auffordern, die Effizienz-Kriterien zu revidieren und damit das Aus für die Glühbirne zu suspendieren.

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