Überarbeitet

EU: Neue Richtlinien für nukleare Sicherheit

Die EU-Kommission will mit einem gemeinsamen Bewertungssystem die Sicherheits- und Überwachungsvorschriften von kerntechnischen Anlagen in den Mitgliedsländern harmonisieren. Zudem soll jeder Mitgliedsstaat verpflichtet werden, ein Programm zur endgültigen Entsorgung radioaktiver Abfälle auszuarbeiten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (red) - Die EU-Kommission hat in dieser Woche die überarbeitete Fassung von zwei Richtlinien vorgeschlagen, die ein neues Gemeinschaftsrecht im Bereich der Sicherheit kerntechnischer Anlagen und der Entsorgung radioaktiver Abfälle schaffen sollen. Ziel ist es, mit einem gemeinsamen Bewertungssystem Sicherheits- und Überwachungsvorschriften in den Mitgliedsländern zu harmonisieren. Zudem soll jeder Mitgliedsstaat verpflichtet werden, ein Programm zur endgültigen Entsorgung radioaktiver Abfälle auszuarbeiten und Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zu intensivieren.

Die Vizepräsidentin der Kommission Loyola de Palacio, zuständig für Energie und Verkehr, erklärte: "Die Kommission geht nun davon aus, dass die beiden Vorschläge, die für die Sicherheit der Kernenergie in der erweiterten EU unabdingbar sind, vom Rat unverzüglich erörtert werden, um eine rasche Verabschiedung der neuen Rechtsvorschriften zu ermöglichen. Es handelt sich dabei um zwei Schlüsselinstrumente, mit denen mehr Transparenz garantiert, die öffentliche Diskussion nüchterner geführt und die Bedenken der europäischen Bürger gegenüber dieser Energiequelle ausgeräumt werden sollen."

Gleichzeitig beschloss die EU-Kommission, beim Europäischen Gerichtshof eine Klage gegen Großbritannien einzureichen, weil die britische Regierung die EU nicht über ihre Pläne zur Stilllegung der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield unterrichten will.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Euro

    EU fördert Atomstrom noch mehr als Ökostrom

    Diese Meldung dürfte vielen Gegnern der Ökostrom-Förderung gar nicht gefallen: Die EU-Kommission schätzt die Höhe staatlicher Fördermittel für Europas Atombranche ähnlich hoch ein wie die Zuschüsse für Ökoenergien. Das geht aus einem internen Papier der Brüsseler Behörde hervor, das dem Informationsdienst dpa Insight EU vorliegt.

  • Kraftwerk

    EU rechnet Atomstrom-Kosten offenbar künstlich niedrig

    Die EU verschleiert in ihren Zukunftsplänen für Europas Energieversorgung laut einer Studie die wahren Kosten von Atomstrom und benachteiligt dadurch die ökologische Stromerzeugung. Die Kosten für Atomstrom würden "systematisch" unterschätzt, jene für alternative Energieerzeugung überschätzt.

  • Stromnetz Ausbau

    EU-Kommission genehmigt Bau eines neuen Kernkraftwerks in Finnland

    In Finnland wird ab 2009 ein neues Atomkraftwerk den steigenden Bedarf an Energie decken. Die Europäische Kommission hat das Vorhaben gemäß Euratom-Vertrag genehmigt und auf die annehmbaren Lösungen verwiesen, die Finnland für die Entsorgung der Abfälle festgeschrieben hat.

  • Hochspannungsmasten

    EU-Kommission: Mitglieder sollen sich stärker für erneuerbare Energien einsetzen

    In einer neuen Mitteilung hat die EU-Kommission die Fortschritte der 15 Mitgliedsstaaten bewertet, den Verbrauch von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen auf 22 Prozent und deren Anteil auf zwölf Prozent bis 2010 zu erhöhen. Ergebnis: Die Anstrengungen müssen erhöht werden.

  • Hochspannungsleitung

    EU will Solarenergienutzung erhöhen

    In Brüssel tagte gestern der erst kürzlich ins Leben gerufene Wissenschaftliche Beirat für Photovoltaik-Technologie. Der Rat besteht aus 18 Mitgliedern, die zu den bedeutendsten dieses Technologiesektors zählen und geht auf eine Initiative der Kommissare Loyola de Palacio (Energie und Transport) und Philippe Busquin (Forschung) zurück.

Top