Zusammenarbeit

EU-Netze sorgen für die Sicherheit europäischer kerntechnischer Anlagen

Ein Großteil des Stroms in Europa wird durch Kernkraft erzeugt. Bis 2005 werden die 150 europäischen Kernreaktoren jedoch älter als 20 und sogar 30 Jahre sein. Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission bemüht sich daher bereits seit zehn Jahren um eine Netzzusammenarbeit zwischen Akteuren der Forschung und Entwicklung.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mit dem Altern der 150 Kernreaktoren in Europa wird die Gewährleistung eines hohen Sicherheitsniveaus für die Industrie und die Politik zu einem immer wichtigeren Problem. Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission war zehn Jahre lang federführend an einer Netzzusammenarbeit zwischen wichtigen Akteuren der Forschung und Entwicklung (FuE) in Europa im Bereich der Sicherheit alternder Kernkraftanlagen beteiligt.

Derzeit findet ein den Niederlanden ein Seminar zum Thema "Netzzusammenarbeit für eine wirksame Forschung und Entwicklung" statt. Es beschäftigt sich mit künftigen Netztätigkeiten für das Lebenszyklusmanagement einer kerntechnischen Anlage. "Die Akteure im Kernenergiesektor müssen miteinander sprechen - besonders wenn es um die Sicherheit der Kerntechnik geht. Die Weitergabe von Informationen, um Kernkraftwerke zuverlässiger zu machen, ist keine Frage der Präferenz, sondern eine Notwendigkeit", erläuterte der europäische Kommissar für Forschung, Philippe Busquin.

Ein Großteil des in Europa erzeugten Stroms stammt aus der Kernkraft. Bis 2005 werden jedoch 70 Prozent dieser Kraftwerke älter sein als 20 Jahre, wofür sie ursprünglich ausgelegt waren. Fast 30 Prozent werden älter als 30 Jahre sein. Zu Beginn dieses Jahres verabschiedete die Kommission zwei Richtlinienvorschläge, mit denen ein EU-Konzept im Bereich der Sicherheit der Kernkraftwerke und des Umgangs mit radioaktiven Abfällen vorbereitet werden sollte. Auf diese Richtlinien folgten Maßnahmen zur Entwicklung eines umfassenden Konzepts der EU im Bereich der nuklearen Sicherheit und zur Einführung gemeinsamer Kriterien und Monitoringmechanismen in der gesamten EU.

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