Vorschlag

EU-Kommission will komplettes Roaming-Aus ab 2017 verhindern

Die EU-Kommission tritt auf die Bremse und schlägt erhebliche Ausnahmen bei dem für Sommer 2017 geplanten Wegfall der Roaming-Gebühren vor. Demnach würden Nutzern lediglich für 90 Tage pro Jahr keine Roaming-Gebühren berechnet.

Handy im UrlaubTelefonieren ohne Roaming-Aufpreis im EU-Ausland? Es soll Einschränkungen geben.© Alliance / Fotolia.com

Brüssel – Mobilfunknutzer freuten sich schon auf den Juni 2017. Die EU-Staaten und das Europaparlament wollten zu diesem Zeitpunkt Roaming in Europa endgültig beenden. Ein Aufpreis für die Mobilfunknutzung im EU-Ausland sollte dann nicht mehr anfallen, Telefonieren und mobiles Surfen werde zu Inlandspreisen abgerechnet. Mögliche Ausnahmen waren grundsätzlich offengelassen worden. Nun schlägt die EU-Kommission ebensolche Ausnahmen und damit erhebliche Einschränkungen vor.

90 Tage ohne Roaming-Gebühren pro Jahr

Damit das Geschäft eines Mobilfunknetzbetreibers nicht durch missbräuchliche Nutzung untergraben werde, sollen die Roaming-Gebühren laut Vorschlag aus Brüssel nur noch für einen Zeitraum von 90 Tagen pro Jahr nicht erhoben werden. Damit könne der übliche Bedarf sowohl von privaten Nutzern als auch von Geschäftskunden abgedeckt werden. Für Grenzpendler solle die Einschränkung offenbar nicht gelten.

Die EU-Kommission wolle wegen der unterschiedlichen Mobilfunkpreise in Europa verhindern, dass Kunden beispielsweise bei einem günstigeren Mobilfunkanbieter im Ausland einen Mobilfunkvertrag bestellen, den Tarif aber dann hauptsächlich im Heimatland nutzen. Kunden sollen sich zudem regelmäßig mit ihrem Heimnetzwerk verbinden müssen, im Entwurf wird ein maximal erlaubter Zeitraum von 30 Tagen zwischen zwei Logins vorgeschlagen.

Roaming-Konditionen nach Überschreiten von 90 Tagen

Provider sollen Kunden, die mehr als 90 Tage Roaming im Jahr nutzen, künftig Aufpreise von maximal 4 Cent pro Minute, 1 Cent pro SMS sowie 0,85 Cent pro Megabyte berechnen können.

Die Vorschläge stellt die EU-Kommission nun zur Diskussion innerhalb der EU-Staaten.

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