Kontrolle

EU-Kommission untersucht Verbindung von Kernenergieunternehmen genauer

Das französische Staatsunternehmen Areva will sich zu 50 Prozent an einer Tochter des deutsch-niederländisch-britischen Konzerns Urenco beteiligen. Da beide Unternehmen zusammen etwa 80 Prozent des angereicherten Urans in der EU kontrollieren, befürchtet die EU-Kommission eine beherrschende Stellung.

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Brüssel/Berlin (red) - Die EU-Kommission hat mit einer vertieften Untersuchung der geplanten 50-prozentigen Beteiligung von Areva an der Enrichment Technology Company (ETC) begonnen. Beide Unternehmen, sowohl das vom französischen Staat kontrollierte Areva als auch die ETC sind im Bereich der Kernenergie tätig. Die ETC ist auf Urananreicherungstechnik und -anlagen spezialisiert und gehört zum deutsch-niederländisch-britischen Kernenergiekonzern Urenco.

Die europäische Wettbewerbsbehörde befürchtet, das Gemeinschaftsunternehmen könnte zu weniger Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in der Zentrifugentechnik und zu höheren Preisen für angereichertes Uran führen. Jedoch könnte die strukturelle Verbindung von Areva und Urenco, die zusammen 80 Prozent des angereicherten Urans in der EU kontrollieren, auch zu mehr Markttransparenz und symmetrischeren Wettbewerbspositionen führen.

Die EU-Kommission, die ursprünglich nicht für die wettbewerbsrechtliche Prüfung des Gemeinschaftsunternehmens zuständig war, hat sich auf Antrag von Frankreich, Schweden und Deutschland mit dem Vorhaben befasst. Der Beschluss zur Einleitung des ausführlichen Verfahrens greift dem endgültigen Ergebnis der Untersuchung nicht vor.

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