EU-Kommission plant vollständige Öffnung der Energiemärkte bis 2005

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Wie die europäische Energiekommissarin Loyola de Palacio gestern in Brüssel bekannt gab, sollen die EU-Märkte für Gas und Strom bis 2005 vollständig liberalisiert, ein fairer Wettbewerb und ein funktionierender Binnenmarkt hergestellt werden. Ihre Pläne will die geschäftige Kommissarin den europäischen Staats- und Regierungschefs auf einem informellen Gipfeltreffen in Stockholm am 23. und 24. März vorlegen.


Palacio stellt sich einen europäischen Energiemarkt mit mehreren Wahlmöglichkeiten und als einen hochwertigen Universaldienst vor. Sie verlangt klare Regeln und eine wirksame Regulierung, die in einem Binnenmarkt Versorgungssicherheit, Verbraucher- und Umweltschutz gewährleisten. Unternehmen sollen ihren Stromanbieter europaweit bis 2003 frei wählen können, schon 2004 soll das auch beim Gasanbieter möglich sein. Die Verbraucher müssen noch bis 2005 warten. Um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, stellt sich die Kommission einen rechtlich getrennten Betrieb von Netzen und der Erzeugung, Gewinnung und dem Verkauf von Gas und Strom vor. Die Netznutzungsentgelte sollen dann von nationalen Regulierern festgelegt werden.


Palacio's Ziel ist ein echter Binnenmarkt, nicht 15 offene, nationale Märkte. Zudem schlägt die Kommission vor, die europäischen Strom- und Gasnetze auszubauen. Der europäische Strom- und Gasmarkt hat ein Volumen von 250 Milliarden Euro (etwa 500 Milliarden Mark) und übertrifft damit den Telekommunikationsmarkt mit 200 Milliarden Euro.

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