Klimawandel bekämpfen

EU-Kommission legt Vorschlag zur KWK-Richtlinie vor

Um die gesteckten Ziele zur Energieversorgungssicherheit und zum Klimaschutz zu erreichen, hat die EU-Kommission heute eine neue Richtlinie zur Kraft-Wärme-Kopplung vorgelegt. Würde beispielsweise der Anteil des KWK-Stroms auf 18 Prozent der Gesamtproduktion steigen, so könnte der Bruttoinlandsenergieverbrauch der EU um drei bis vier Prozent gesenkt werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Europäische Kommission hat heute eine Richtlinie über die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als Maßnahme zur Energieeinsparung und Bekämpfung des Klimawandels vorgeschlagen.

"Wir sind entschlossen, die in unserem Grünbuch zur Energiepolitik vom November 2000 gesetzten Ziele hinsichtlich der Energieversorgungssicherheit und des Klimaschutzes weiterzuverfolgen", erläuterte die für Energie und Verkehr zuständige Vizepräsidentin der Kommission Loyola de Palacio. "Dieser neue Vorschlag würde mithelfen, die zunehmende Abhängigkeit von Energieeinfuhren und die schädlichen Treibhausgasemissionen zu verringern. Durch die Schaffung eines neuen ordnungspolitischen Rahmens zur Förderung der Energieeinsparung und verstärkten Nutzung neuer Energien bildet der Vorschlag eine Ergänzung zur Richtlinie über erneuerbare Energieträger und zu unseren jüngsten Vorschlägen betreffend Energieeffizienz in Gebäuden und Biokraftstoffe."

1998 betrug der Anteil des aus Kraft-Wärme-Kopplung gewonnenen Stroms elf Prozent der EU-Gesamtproduktion. So konnte Energie in einer Größenordnung eingespart werden, die dem Bruttoenergieverbrauch Österreichs oder Griechenlands entspricht. Das Potenzial der Kraft-Wärme-Kopplung sei allerdings weitaus größer, und durch eine zunehmende Verbreitung hocheffizienter KWK wären enorme Energieeinsparungen möglich, heißt es in dem Vorschlag. Würde beispielsweise der Anteil der durch KWK erzeugten Elektrizität auf 18 Prozent der Gesamtproduktion steigen, so könnte der Bruttoinlandsenergieverbrauch der EU um drei bis vier Prozent gesenkt werden. Die daraus resultierende Verringerung der Treibhausgasemissionen um jährlich bis zu 65 Millionen Tonnen Kohlendioxid wäre ein wesentlicher Beitrag zur Erfüllung der sich aus dem Kyoto-Protokoll ergebenden Klimaschutzverpflichtungen der EU, argumentiert der EU-Kommission.

Die heute vorgeschlagene Richtlinie soll den Mitgliedstaaten Anreize bieten, die Kraft-Wärme-Kopplung durch systematische Ermittlung und schrittweise Verwirklichung des nationalen Potenzials für hocheffiziente KWK zu fördern. Die Mitgliedstaaten hätten über die bei der Nutzung dieses Potenzials erzielten Fortschritte und über die dabei ergriffenen Maßnahmen Bericht zu erstatten. Um die der KWK-Nutzung im Wege stehenden Hindernisse zu beseitigen, sollen die Mitgliedstaaten außerdem (1) sicherstellen, dass die für die Übertragung und Verteilung von KWK-Strom geltenden Kriterien objektiv, transparent und nichtdiskriminierend sind; (2) den Netzzugang für KWK-Blöcke erleichtern, die erneuerbare Energieträger einsetzen, sowie für Kleinkraftwerke mit einer Leistung von weniger als ein Megawatt; (3) dafür sorgen, dass eine oder mehrere zuständige Stellen auf Verlangen einen Herkunftsnachweis für die durch KWK erzeugte Energie ausstellen.

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