Grünes Licht

EU-Kommission genehmigt Bau eines neuen Kernkraftwerks in Finnland

In Finnland wird ab 2009 ein neues Atomkraftwerk den steigenden Bedarf an Energie decken. Die Europäische Kommission hat das Vorhaben gemäß Euratom-Vertrag genehmigt und auf die annehmbaren Lösungen verwiesen, die Finnland für die Entsorgung der Abfälle festgeschrieben hat.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Brüssel (red) - Die Europäische Kommission hat den Bau eines neuen Kernkraftwerks in Finnland befürwortet und ihre Stellungnahme den finnischen Behörden übermittelt. Dieses Kernkraftwerk ist das erste, das nach über einem Jahrzehnt in der Europäischen Union in Auftrag gegeben wird.

Der Bau wird 2005 beginnen, der Meiler soll dann 2009 seinen Betrieb aufnehmen und über eine Stromerzeugungskapazität von 1600 Megawatt verfügen. Finnland begründet den Neubau damit, dass das Projekt der Befriedigung neuer Nachfrage in Finnland dienen und alternde, mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke ersetzen soll.

"Dieses Projekt zeigt, dass die Kernenergie eine attraktive wirtschaftliche Option bleibt, wenn sie ordentlich verwaltet wird", meint Loyola de Palacio, die für Energie und Verkehr zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. "Außerdem zeigt es, dass die Kernenergie zur Bekämpfung des Klimawandels und damit wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Wie die Europäische Kommission in ihren neueren Vorschlägen für Rechtsvorschriften anerkennt, ist die Kernenergie eine annehmbare Option, falls Lösungen für die Entsorgung ihre Abfälle gefunden werden können und ein hoher Grad an Sicherheit aufrechterhalten werden kann."

Finnland verfügt laut Kommissionsangaben über ein "wohl definiertes und entwickeltes" Programm für die langfristige Entsorgung seiner abgebrannten Kernbrennstoffe und radioaktiven Abfälle. Zudem gibt es in Finnland einen Fonds für die Entsorgung nuklearer Abfälle, der alle Haftungsansprüche abdeckt, die nach Ablauf der Betriebsdauer des neuen Kraftwerks bleiben werden.

Gemäß Euratom-Vertrag müssen der Europäischen Kommission alle Pläne für größere Neuinvestitionen in die Kernenergie gemeldet werden. Die Kommission bewertet dann die vorgeschlagene Investition und teilt dem Mitgliedstaat ihren Standpunkt mit.

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