Denkbare Variante

EU-Kommission erwägt Zwangsentflechtung der Stromkonzerne

Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge gibt es in der EU-Kommission Überlegungen, Stromerzeugung und Netz eigentumsrechtlich voneinander zu trennen. Damit soll der Wettbewerb auf den Strommärkten vorangetrieben werden. Die bisherigen Anstrengungen scheinen der Kommission nicht ausreichend zu sein.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp/sm) - Die neue EU-Kommission will die Öffnung der Energiemärkte offenbar durch eine Zwangsentflechtung der Stromkonzerne vorantreiben. Die bisherigen Liberalisierungsmaßnahmen wie die Installierung von Regulierungsbehörden in allen Mitgliedsländern werden augenscheinlich nicht als ausreichend angesehen, um für fairen Wettbewerb und verbraucherfreundliche Strompreise zu sorgen, berichtet das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Kreisen der Brüsseler Behörde.

Danach äußerte ein enger Mitarbeiter des für Energie- und Verkehr zuständigen Generaldirektors Francois Lamoureux, die eigentumsrechtliche Trennung von Stromerzeugung und Netz in allen EU-Staaten sei eine "denkbare Variante". Nur so sei ein wirklich diskriminierungsfreier Zugang zu den Stromnetzen zu sichern. Würde die Kommission ihre Pläne wahr machen, müssten die vier großen deutschen Stromkonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe ihre Netzbetriebe veräußern.

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