Handy im Ausland

EU-Kommission bekräftigt Roaming-Pläne

Die EU-Kommission hat die Pläne zur Abschaffung der EU-Roaming-Kosten bekräftigt. Die Preise sollen zunächst weiter sinken, perspektivisch möchte man keine Aufschläge mehr auf Handytelefonate im Ausland.

Roaming© Nikolai Sorokin / Fotolia.com

Brüssel (dpa/AFP/red) - Ein Sprecher von EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes wies damit am Donnerstag in Brüssel Medienangaben zurück, denen zufolge Kroes in dieser für die Verbraucher wichtigen Frage zuletzt einen Schwenk vollzogen habe. "Seit 2010 ist es unser Ziel, Roaming-Gebühren los zu werden, und das bleibt unsere Absicht."

Vorschläge sollen Anfang September vorgestellt werden

Nach Angaben von EU-Experten peilt die Kommission ein komplettes Ende für Roaming-Gebühren in den kommenden Jahren an. So sollen die Konzerne etwa Anreize erhalten, die Preise zu verringern. Die Kommission will Anfang September ein umfassendes Paket zur Reform des Telekommunikationssektors vorstellen. Bis dahin können die noch nicht öffentlichen Vorschläge immer wieder überarbeitet werden. Nach den Worten von Kroes' Sprecher hat sich bei der Linie zum Roaming aber nichts geändert. Es gehe darum, "die mit dem Roaming verbundenen Aufschläge zu eliminieren", sagte er.

Roaming-Gebühren sinken weiter

Seit Jahren sinken unter dem Druck der EU bereits die Roaming-Gebühren in Europa. So gelten seit dem 1. Juli erneut neue gesetzliche Obergrenzen für die Preise. Ein Anruf aus dem europäischen Ausland kostet seitdem maximal rund 29 Cent pro Minute (inkl. Mehrwertsteuer). Im nächsten Jahr, ab Juli 2014, sinken die Höchstpreise nach Vorgaben der EU-Kommission erneut, dann auf rund 23 Cent.

Zustimmung der Regierungen nötig

Roaming-Aufschläge sind Gebühren, die Telekom-Firmen ihren Wettbewerbern für die Nutzung ausländischer Netze zahlen. Für viele Konzerne sind sie eine wichtige Einnahmequelle. Wie bei den Höchstgrenzen wären auch bei Vorschlägen für eine vollständige oder fast vollständige Streichung der Roaming-Gebühren die Zustimmung der EU-Regierungen und des Europaparlaments nötig. Und diese müssten sich wohl wie die Kommission des Drucks der Telekommunikationsbranche erwehren, auf den Kroes erst im Juli öffentlich hingewiesen hatte.

Quelle: AFP, DPA

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