Rechtfertigung

EU: Kiew führt "technische Schwierigkeiten" bei Gaslieferungen an

Die Ukraine hat am Dienstag nach EU-Angaben technische Schwierigkeiten für die ausbleibenden Gaslieferungen nach Europa verantwortlich gemacht. Der Druck des russischen Gases in den ukrainischen Leitungen sei nicht hoch genug.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Brüssel/Moskau (AFP/sm) - Das sagte EU-Ratspräsident Mirek Topolanek am Dienstag in Brüssel nach einem Telefonat mit der ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko. Er habe Timoschenko empfohlen, sofort Kontakt zu Spezialisten des Industrieverbandes Eurogas aufzunehmen, sagte Topolanek. Diese seien bereit zu helfen. Timoschenko habe versprochen, dies zu tun.

Russland hatte am Morgen seine Gaslieferungen nach Europa durch die Ukraine wieder aufgenommen. Die Ukraine blockierte die Lieferungen aber kurz darauf. Ein Sprecher der ukrainischen Gasgesellschaft Naftogaz begründete dies mit "nicht hinnehmbaren Bedingungen für den Transit", nannte aber keine Details.

Besonders stark betroffen von dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine sind Bulgarien und die Slowakei. Die Regierungsschefs beider Länder - Sergej Stanischew und Robert Fico - wollen am Mittwoch nach Moskau reisen und mit Ministerpräsident Wladimir Putin über die Krise sprechen. Das kündigte der russische Regierungschef an.

Unterdessen hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zur Erörterung des Themas Versorgungssicherheit für Donnerstag eine Arbeitsgruppe einberufen. Dabei würden vor allem die Themen Diversifizierung der Bezugsquellen und Transportwege, Flüssiggas sowie Gasspeicher eine Rolle spielen. Erdgas wird Glos zufolge auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Energiemix leisten.

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