Unter Auflagen

EU genehmigt RWE-Übernahme von Essent

Die EU-Kommission hat RWE die geplante Übernahme des niederländischen Mitbewerbers Essent unter Auflagen genehmigt. Wie die Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte, muss RWE im Gegenzug die Kontrollbeteiligung von Essent an der Stadtwerke Bremen AG (swb) veräußern.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp/red) - Der Essener Energiekonzern habe sich zur Aufgabe dieser Beteiligung bereiterklärt, um damit die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission im Hinblick auf den deutschen Strom- und Gasgroßhandelsmarkt auszuräumen.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kros erklärte, dass die Kommission nach sorgfältiger Prüfung des Vorhabens und einer eingehenden Marktuntersuchung zuversichtlich sei, dass die Übernahme von Essent durch RWE keine Wettbewerbsprobleme auf den niederländischen Märkten für Strom und Gas aufwirft.

RWE werde insbesondere seine Stellung als Eigentümer bestimmter Verbindungsleitungen an der niederländisch-deutschen Grenze nicht missbrauchen können, um Strom zurückzuhalten und dadurch die Preise auf den niederländischen Strommärkten anzuheben.

Die Untersuchung der Kommission habe zudem ergeben, dass die geplante Übernahme weder auf dem niederländischen Großhandels-, Einzel- oder Handelsmarkt noch auf den meisten Strom- und Gasmärkten in Deutschland wettbewerbsrechtliche Bedenken aufwerfen würde. Grund sei, dass die Marktanteile von RWE und Essent zusammen nicht beträchtlich sind. Zudem werde es auch nach der Übernahme noch genügend Wettbewerber geben.

RWE will für 9,3 Milliarden Euro den Großteil der Essent-Aktivitäten übernehmen. Essent ist der größte Versorger der Niederlande. RWE bekommt mit der Transaktion 5,3 Millionen neue Kunden, davon eine Viertelmillion in Belgien und eine Million in Deutschland.

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