Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

EU genehmigt Joint Venture zwischen Netzbetreibern und Energiebörsen

Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Gründung des Joint Ventures "European Market Coupling Company" (EMCC) gegeben. Dieses soll Engpassmanagement-Dienstleistungen für grenzüberschreitende Stromübertragungsnetze durch Marktkopplung zwischen Deutschland und Skandinavien erbringen und eine Plattform für den Sekundärhandel mit Übertragungsrechten bieten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (red) - An dem Joint Venture werden sich die drei Übertragungsnetzbetreiber Energinet.dk, E.ON Netz GmbH und Vattenfall Europe Transmission GmbH sowie die norwegische Energiebörse Nord Pool Spot AS und die Leipziger Energiebörse EEX beteiligen. Nach Prüfung des Vorhabens sei die EU-Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Joint Venture den wirksamen Wettbewerb nicht erheblich behindern wird.

Mit der Gründung von EMCC soll der Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 vom 26. Juni 2003 über die Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel nachgekommen werden. EMCC soll zu einer Optimierung der grenzüberschreitenden Stromflüsse beitragen, indem das Unternehmen Käufern und Verkäufern auf einer Energiebörse einen automatischen Zugang zu grenzüberschreitendem Stromhandel ermöglicht, ohne dass sie die entsprechende Übertragungskapazität kaufen müssen.

Die Untersuchung der EU-Kommission habe ergeben, dass es keine horizontalen Überschneidungen zwischen den Übertragungsnetzen der beteiligten Betreiber gibt. Das Joint Venture wird nur ein begrenztes Tätigkeitsfeld haben, so dass es einem koordiniertem Verhalten zwischen den vertikal integrierten Stromkonzernen, zu denen die meisten Partner des Joint Ventures gehören, nicht Vorschub leisten wird. Daher gelangte die EU-Kommission zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist.

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