Umstrittenes Projekt

EU fördert Stromleitung durch Thüringer Wald

Die Europäische Union unterstützt den Bau der vom Energiekonzern Vattenfall geplanten Starkstromleitung durch den Thüringer Wald mit 100 Millionen Euro. Das Vorhaben ist allerdings umstritten, Bürgerinitiativen wollen den Bau verhindern.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-lth/sm) - Die 380-KV-Leitung von Halle nach Schweinfurt sei als einziges Freileitungsprojekt Deutschlands im EU-Konjunkturpaket berücksichtigt worden, teilte Vattenfall heute mit. Dies werde eine spürbare finanzielle Entlastung für Kunden bringen.

Die Linke-Abgeordnete Petra Enders betonte, auch mit EU-Unterstützung werde die Leitung nicht notwendiger. In einem laufenden Planfeststellungsverfahren habe die Ankündigung von Steuergeschenken überdies nichts zu suchen. Enders, auch Bürgermeisterin des Trassenanliegers Großbreitenbach, warf Vattenfall Profitgier vor. Klimaschutz, Natur, Tourismus und die Lebensqualität blieben auf der Strecke.

Der Energiekonzern Vattenfall will die 380-KV-Leitung nach eigenen Angaben errichten, um Energie aus Windkraftanlagen aufzunehmen und weiterzutransportieren. Weil die Trasse mehrere Naturschutzgebiete durchschneidet, ist sie stark umstritten. Mit der Interessengemeinschaft "Achtung Hochspannung" wenden sich mehrere Bürgerinitiativen seit etwa zweieinhalb Jahren gegen das Vorhaben.

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