Nach Gasstreit

EU-Energiekommissar fordert gemeinsame Energiepolitik

Der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs hat sich angesichts des letzten russisch-ukrainischen Gasstreits für eine gemeinsame Energiepolitik der EU ausgesprochen. Die Ereignisse zeigten, "wie dringend eine einheitliche EU-Energiepolitik ist, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten", sagte er.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Piebalgs wies am Rande einer Veranstaltung des Bundesumweltministeriums in Berlin auf die stärkere Kooperation der Gas produzierenden Länder hin. "Die Entwicklung geht hier in die gleiche Richtung wie beim Öl", sagte er. Daher sei es wichtig, dass die EU in Energiebelangen "mit einer Stimme" spreche.

Eine gemeinsame Energiepolitik müsse auch den Ausbau der Infrastruktur betreffen. Nur so lasse sich der Wettbewerb und der Binnenmarkt im Energiesektor voranbringen. Piebalgs kritisierte, beim Bau der Gas- und Ölpipelines, über welche die Versorgung in Europa laufe, hätten bislang die Interessen einzelner Energieunternehmen überwogen.

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