Wettbewerb gesichert

EU billigt Übernahme der VA Tech durch Siemens mit Auflagen

Siemens hat von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme des österreichischen Industriekonzerns VA Tech bekommen. Allerdings nicht ohne Auflagen: Siemens muss sich vom VA Tech-Wasserkraftgeschäft trennen und die Unabhängigkeit des Metallanlagenbauers SMS Demag sichern.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp-bay/sm) - Die Europäische Kommission hat die Übernahme des österreichischen Industriekonzerns VA Tech durch Siemens genehmigt. Sie stellte aber die Bedingung, dass Siemens sich vom Wasserkraftgeschäft der VA Tech trennt, und dass die Unabhängigkeit des Metallanlagenbauers SMS Demag gesichert bleibt, wie die Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte.

Siemens habe zugesichert, diese Auflagen zu erfüllen, heißt es aus Brüssel weiter. Der Zusammenschluss werde daher den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht erheblich beeinträchtigen. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, sie habe vor allem sicherstellen wollen, dass Endverbraucher nicht deshalb höhere Strompreise zahlen müssten, weil die Versorger höhere Einkaufspreise für ihre Anlagen an sie weitergäben.

Der Genehmigung des Vorhabens war eine mehr als fünfmonatige Marktuntersuchung vorausgegangen. Die Kommission hatte zunächst ernsthafte wettbewerbsrechtliche Bedenken, da Siemens und VA Tech weltweit in einer Reihe ähnlicher Geschäftszweige tätig sind. Bei einigen Produkten gehören sie zu den Marktführern.

Insbesondere ist VA Tech Hydro der europäische Marktführer bei Komponenten für Wasserkraftwerke wie Turbinen und Generatoren. Ein Zusammenschluss mit dem Wasserkraftgeschäft von Siemens hätte laut Kommission daher zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs geführt. Im Metallanlagenbau hält Siemens zur Zeit einen 28-prozentigen Anteil an der SMS Demag, dem laut Ermittlungen der Kommission wichtigsten Wettbewerber der VA Tech beim Bau von Anlagen für die Stahlerzeugung.

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