Gasengpässe befürchtet

EU beruft Krisentreffen zur Lage in der Ukraine ein

Wenige Monate nach dem Ausfall russischer Gaslieferungen nach Westeuropa befürchtet die EU wegen der politischen und wirtschaftlichen Krise in der Ukraine neue Engpässe. Die EU-Kommission kündigte daher für diese Woche ein Treffen mit internationalen Finanzorganisationen und europäischen Gasunternehmen an.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - "Wir können nicht mit verschränkten Armen auf die nächste Krise warten", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach dem EU-Gipfel. Die Krise drohe schon "in den kommenden Wochen" und könne für Europa erneut Probleme mit der Gasversorgung bedeuten.

Das Verhältnis der Ukraine zu Russland hat sich in den vergangenen Wochen wieder deutlich verschlechtert. Russische Vertreter äußerten die Erwartung, dass die Ukraine wegen ihrer schweren wirtschaftlichen Probleme nicht in der Lage sein werde, die Rechnungen für Gaslieferungen zu zahlen. Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat bereits vor einem Stopp der russischen Gaslieferungen über die Ukraine in die EU ab Ende Juni oder Anfang Juli gewarnt. Schon Anfang des Jahres waren die Pipelines nach Westeuropa wegen eines ähnlichen Konflikts tagelang gekappt.

Die Ukraine wird zudem durch eine politische Krise gelähmt. Regierungschefin Julia Timoschenko und Oppositionsführer Viktor Janukowitsch liefern sich derzeit einen erbitterten Machtkampf mit Staatschef Viktor Juschtschenko. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief die Streitparteien nach dem EU-Gipfel auf, vor den Wahlen im Januar wenigstens "einen Minimalkonsens herzustellen", um die Lage zu stabilisieren.

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