Von 1092 auf 234 Euro

Es geht doch: RWE senkt Zählerpreise für große Solar- und Windanlagen

Wettbewerb auch im Zählermarkt ist überfällig, darauf weisen Verbraucherschützer und Wettbewerbshüter seit Jahren hin. Über ein Paradebeispiel in diesem Bereich berichtete in dieser Woche die FTD: Weil Betreiber großer Wind- und Solaranlagen den Zählerhersteller selbst wählen können, senkte RWE die Preise um 80 Prozent.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Hamburg (red) - In manchen Bereichen des liberalisierten Energiemarktes sind doch erhebliche Preissenkungen möglich: Wie die Financial Times Deutschland (FTD) in dieser Woche berichtete, hat der Essener RWE-Konzern die Preise für Zähler, die in große Wind- oder Solaranlagen eingebaut werden, von 1092 auf 234 Euro gesenkt. Zähler für kleine Anlagen verbilligen sich von 36 Euro auf 19,80 Euro. Grund: Seit 1. August können Wind- oder Solaranlagenbetreiber den Zähler wählen und sind nicht mehr auf das Angebot des Netzbetreibers angewiesen.

Für Henning Borchers, Chef des Bundesverbands Neuer Energieanbieter (BNE), ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Liberalisierung auch im Zählermarkt überfällig ist. Nach Berechnungen des BNE werden den 43 Millionen deutschen Stromkunden rund 700 Millionen Euro zu viel allein für die Stromzähler abgezogen, schreibt die Financial Times Deutschland.

Gleichzeitig mache dieses Beispiel deutlich, wie viele Einsparungen durch eine konsequente Einführung von Wettbewerb möglich wären, sagte Borchers der FTD. Aber obwohl sich auch das Bundeskartellamt mit der Abschaffung der Zählermonopole beschäftige, sei die Liberalisierung dieses Bereichs auch im neuen EnWG nicht enthalten, bemängelte Borchers gegenüber der FTD.

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