Teure Energie

Erzeugerpreise steigen weiterhin deutlich um 8,1 Prozent

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im August im Vergleich zum Vorjahresmonat moderater gestiegen als erwartet: Die Preise, zu denen Großhändler bei den Produzenten einkaufen, legten im Vergleich zum August 2007 um 8,1 Prozent zu. Erneut war die Energie der stärkste Preistreiber.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (AFP/sm) - Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag weiter mitteilte, verteuerten sich die Preise für Energie im Jahresvergleich um 22,1 Prozent. Ohne den Anstieg der Preise bei Gas, Strom oder anderen Energieformen wären die Erzeugerpreise insgesamt im Jahresvergleich nur um 3,5 Prozent gestiegen. Gegenüber Juli sanken die Preise um 0,6 Prozent.

Die Preise für Erdgas stiegen seit August 2007 um 28 Prozent, womit sich nach Angaben der Statistiker allein ein Viertel der Jahresteuerungsrate erklären lässt. Die Strompreise lagen im August dieses Jahres um 19,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Mineralölerzeugnisse waren verglichen mit August 2007 20,1 Prozent teurer. Allerdings sanken die Preise gegenüber dem Vormonat Juli durch die gesunkenen Rohölpreise am Weltmarkt um 8,1 Prozent. Bei den jeweiligen Produkten legte vor allem schweres Heizöl mit einem Plus von 62,4 Prozent im Vergleich zum August 2007 deutlich zu. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 42,1 Prozent, der Produzentenpreis für Flüssiggas stieg mit knapp 32,2 um knapp ein Drittel.

Bei den Preisen für Verbrauchsgüter verzeichneten die Statistikexperten insgesamt ein Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark verteuerten sich Teigwaren mit 34,7 Prozent. Pflanzliche und tierische Öle und Fette stiegen um 30,6 Prozent im Preis. Fleisch wurde verglichen mit August 2007 um 12,6 Prozent teurer, Käse und Quark immerhin um 12,4 Prozent.

Bei den sogenannten Vorleistungsgütern - also jenen Gütern, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden - legte der Preis im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent zu. Den stärksten Anstieg verzeichnete die Statistikbehörde bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, deren Preise sich binnen Jahresfrist mit plus 107,9 Prozent mehr als verdoppelten. Nutztierfutter kostete knapp ein Viertel mehr als im August 2007, Mahl- und Schälmühlenerzeugnisse wie Mehl oder Reis waren 15,8 Prozent teurer.

Das Bundesfinanzministerium mahnte am Freitag in seinem monatlichen Bericht am Beispiel des drastischen Erzeugerpreisanstiegs vom Juli (plus 8,9 Prozent zum Vorjahresmonat), durch die Teuerung auf den vorgelagerten Handelsstufen bestehe weiterhin "ein erhebliches Inflationspotential".

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