Bilanz

Erstmals positives Unternehmensergebnis bei Naturstrom AG

"Wir werden systematisch durch überhöhte Netzentgelte und das Zählermonopol der Netzbetreiber in Schach gehalten", kommentierte Naturstrom-Vorstand Dr. Thomas Banning die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt. Dennoch kann der Düsseldorfer Ökostromanbieter für 2003 erstmals eine positive Geschäftsbilanz vorlegen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Nach fünf Geschäftsjahren mit deutlichen Verlusten weist der Düsseldorfer Ökostromanbieter Naturstrom AG für das Geschäftsjahr 2003 erstmals ein positives Jahresergebnis aus. Es ist das Ergebnis einer Reihe von Maßnahmen, die Alleinvorstand Dr. Thomas Banning vor zwei Jahren einleitete.

Die Situation auf dem Strommarkt bezeichnete Banning jedoch als "katastrophal", insbesondere bemängelte er die Tatenlosigkeit der Politik, die nicht wie versprochen und von der Europäischen Union gefordert eine Regulierungsbehörde geschaffen habe. Ergebnis sei, dass es außer im Segment Ökostrom keine unabhängigen Stromanbieter mehr gäbe. Unter solchen Bedingungen könne sich kein Unternehmen längerfristig halten: "Wir werden systematisch durch überhöhte Netzentgelte und das Zählermonopol der Netzbetreiber in Schach gehalten, dazu kommt die immerwährende Hetze der Energiekonzerne gegen die erneuerbaren Energien, nur zu häufig durch bewusste Falschaussagen garniert", kommentierte Banning die aktuelle Situation.

Eine weiterhin positive Zukunft für sein Unternehmen sieht er deshalb auch nur gewährleistet, wenn den Wettbewerbsverzerrungen im Strommarkt Einhalt geboten werde. Um nicht allein vom Stromversorgungsmarkt abhängig zu sein habe das Unternehmen über ein Joint-Venture neue Geschäftsaktivitäten rund um Planung, Errichtung und Betrieb von regenerativen Erzeugungsanlagen entwickelt.

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