In Mecklenburg-Vorpommern

Erstes deutsches Erdwärmekraftwerk in Betrieb genommen

Nach knapp fünfmonatiger Bauzeit haben Bundesumweltminister Jürgen Trittin, der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Dr. Klaus Rauscher, und der Vorstandssprecher der Bewag Aktiengesellschaft & Co. KG, Klaus Pitschke, heute das erste Erdwärmekraftwerk Deutschlands im mecklenburgischen Neustadt-Glewe in Betrieb genommen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bauherr und Betreiber des Kraftwerks ist die Erdwärme Kraft GbR, Berlin. An ihr beteiligt sind die zu Vattenfall Europe gehörende Bewag mit 51 Prozent sowie die Schweriner WEMAG AG und die Landauer LanGeo GmbH, eine Tochter der EnergieSüdwest AG, mit jeweils 24,5 Prozent. Die drei Gesellschafter investieren in das Projekt zusammen über 800 000 Euro. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert das Bauvorhaben mit fast 50 Prozent der Investitionssumme.

Das Kraftwerk ergänzt das bereits vor Ort betriebene Erdwärmeheizwerk und wird ausschließlich aus regenerativer Erdwärme gespeist. Dafür wird 98 Grad heißes Wasser aus 2200 Meter Tiefe gepumpt. Das Wasser gibt seine Energie über Wärmetauscher an einen Turbinenkreislauf ab. Da dies für Kraftwerkstechnik zur Stromerzeugung eine relativ niedrige Temperatur ist, wird ein organischer Stoff als Turbinendampf genutzt, der bereits bei knapp 30 Grad siedet. Eine 300 PS starke Turbine wird jährlich etwa 1400 Megawattstunden umweltschonenden Strom in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen und damit gut 500 Wohnungen in Neustadt-Glewe versorgen können.

"Der Beginn der geothermischen Stromerzeugung ist eine wichtige Etappe beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Denn mit Erdwärme kann Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit produziert werden", sagte Umweltminister Trittin bei der Einweihung. Um das enorme Potenzial der Geothermie künftig nutzen zu können, kommt es nun darauf an, die Technologien zu optimieren, die Qualität und Wirkungsgrade der Anlagen zu steigern und die Kosten insgesamt zu senken, so der Bundesumweltminister weiter.

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