Ankündigung

Erster iranischer Reaktor wohl ab Sommer in Betrieb

Der erste iranische Atomreaktor soll voraussichtlich im Sommer den Betrieb aufnehmen. Dies kündigte am Donnerstag der russische Ministerpräsident Wladimir Putin an, dessen Land den Reaktor im iranischen Buschehr baut. Sehr deutliche Worte dazu kamen aus Japan.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Moskau/Tokio (afp/red) - Wann das Atomkraftwerk vollständig am Netz sein wird, ließ Putin bei seinen Äußerungen im Rahmen von Atomenergie-Gesprächen im südrussischen Wolgodonsk offen.

Der Bau der Atomanlage in Buschehr war noch vor der Iranischen Revolution im Jahr 1979 vom deutschen Siemens-Konzern begonnen, im Zuge des irakisch-iranischen Krieges 1980 aber eingestellt worden. 1994 nahmen russische Ingenieure das Projekt wieder auf und wollten es zunächst bis 1999 fertigstellen. Inzwischen wurde das für den Betrieb notwendige Brennmaterial bereits geliefert, doch verzögern "technische Probleme" nach russischen Angaben immer wieder das Hochfahren des Akw.

Die USA und seine westlichen Verbündeten sehen das iranische Atomprogramm mit großer Skepsis. Sie verdächtigen das Land, unter dem Vorwand, die Kernkraft zur Stromgewinnung zu brauchen, Atomwaffen zu entwickeln. Die USA dringen derzeit auf härtere Sanktionen im UN-Sicherheitsrat, um Teheran zu Maßnahmen zu bewegen, die einen Missbrauch der Atomkraft verhindern sollen.

In ungewöhnlich deutlichen Worten mahnte der japanische Außenminister Katsuya Okada unterdessen die iranische Führung, auf die internationalen Forderungen einzugehen. "Der Iran hat keine Zeit mehr, er muss sich entscheiden", sagte Okada nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Bernard Kouchner in Tokio. Sollte Teheran eines Tages Atomwaffen besitzen, würde das Problem "unermesslich", warnte der japanische Minister weiter. Japan übernimmt im April den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat.

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