In Dinslaken

Erste Passivhaus-Schule in NRW eingeweiht

Erstmals ist in NRW ein Schulgebäude nach den Regeln der Passivhausbauweise erstellt worden. Das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) hat beim Bau seines neuen Techniktraktes Pionierarbeit geleistet und gezeigt, dass die Passivhausbauweise nicht nur bei Wohngebäuden zum Einsatz kommen kann.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Dinslaken (red) - Die Idee, in Passivhausbauweise zu arbeiten, ging nach einer entsprechenden Anfrage der Schulpflegschaft von der Energieagentur NRW aus. Die Energie-Experten vermittelten Architekten und Bauherren im Rahmen einer Initialberatung das nötige Know-how zu Technik und Finanzierung. "Mit dem Neubau knüpfen wir wieder an die Tradition Otto Hahns an", erklärte Schulleiterin Christine Rolfs mit Blick auf den Nobelpreisträger, der bei der Einweihung der Schule 1967 persönlich anwesend war.

Weil es für öffentliche Gebäude wenige Passivhaus-Erfahrungswerte gibt, erhoffen sich Fachleute vom neuen Gebäude einen Know-how-Gewinn. Auch deshalb förderte das Land NRW das Projekt mit über 80 000 Euro. Mit einer Bauzeit von 15 Monaten blieb die Stadt Dinslaken als Bauherrin zudem im Planungssoll. "Wir haben die Initiative der Schule gerne unterstützt", berichtet Oberbürgermeisterin Sabine Weiss. "Sie verbindet ausgeklügelte Technik in vorbildlicher Weise mit Energieeffizienz und praktischem Klimaschutz."

Die Energiekosten für den Neubau fallen pro Jahr nun um geschätzte 15 000 Euro niedriger aus als bei einem durchschnittlichen, konventionellen Bau. Entscheidend für den geringeren Ressourcenverbrauch sind insbesondere eine optimierte Gebäudedämmung sowie die Nutzung von Erdwärme und eine gezielte Wärmerückgewinnung. Die Dinslakener profitieren dabei von der räumlichen Nähe zum Rhein. Der Grundwasserspiegel liegt hoch und schafft besonders günstige Bedingungen für den Einsatz von Erdwärme. Denn das tieferliegende Erdreich ist feucht und begünstigt deshalb den Prozess der Wärmegewinnung. So kann der neue Trakt ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe beheizt werden. Besonderer Clou: Im Sommer lässt sich Anlage zur Kühlung einsetzen.

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