Glatteis-Pilotprojekt

Erste mit Geothermie beheizte Brücke eingeweiht

Neue Wege bei der Vermeidung von Glatteisunfällen gehen hier der Bund und das Land Schleswig-Holstein: Die bundesweit erste Brücke mit beheizter Fahrbahn wurde am Donnerstag im Kreis Herzogtum-Lauenburg freigegeben. Die Energie dafür kommt aus der Erde.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berkenthin/Kiel (red) - Stellvertretend für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat Verkehrs-Staatssekretärin Tamara Zieschang am 20. Oktober in Berkenthin (Kreis Herzogtum-Lauenburg) die Heizanlage in Betrieb genommen. Nachdem die Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal bereits im Dezember 2010 für den Verkehr freigegeben werden konnte, wurde nun – rechtzeitig vor Einbruch des Winters – auch die Geothermie-Anlage in Betrieb genommen.

Erdwärme gegen Glatteisbildung

Wie Zieschang sagte, erhoffen Bund und Land sich von der neuen Technik eine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Aufgrund der besonderen klimatischen Situation in Berkenthin seien in den frühen Morgen- und Abendstunden zahlreiche Frost-Tau-Wechsel zu verzeichnen. Insbesondere bei der exponierten Lage der Kanalbrücke sei vermehrt mit Glatteis zu rechnen. Die Beheizung der Fahrbahn durch das rund elf Grad warme Wasser aus 80 Metern Bodentiefe beuge der Glatteisbildung vor und könne damit effektiv Unfälle verhindern, sagte die Staatssekretärin. Die Kosten der Pilotanlage - 9,7 Millionen Euro - trägt der Bund.

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