Steckdose für Frachter

Erste Landstromanlage Europas für Seeschiffe in Betrieb

Seeschiffe können künftig während ihrer Liegezeit im Lübecker Hafen zur Bordstromversorgung an eine einzigartige "Steckdose" andocken. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) nahm dazu Europas erste standardisierte Landstromanlage für Schiffe in Betrieb.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Lübeck (ddp-nrd/sm) - Damit können Frachter während der Be- und Entladezeit ihre eigenen, mit Schweröl betriebenen Hilfsdiesel zur Energieversorgung herunterfahren. Dies verringere den Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden und entlaste somit die Umwelt.

Carstensen bezeichnete die Anlage als beispielhaften Beitrag zum Klimaschutz. Man wolle Vorreiter sein für einen sauberen Seeverkehr. Damit bringe sich der Lübecker Hafen europaweit in eine führende Position. "Die Reedereien können bei den derzeitigen Ölpreisen mehrere 100.000 Euro im Jahr durch Landstrom sparen", sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD).

Die serienreife und individuell anpassbare Anlage wurde gemeinsam von den Lübecker Stadtwerken und Siemens entwickelt. Am Kai wurden eine Sechs-Kilovolt-Schaltanlage für den Anschluss ans Bordnetz, eine Zehn-Kilovolt-Anlage für den Anschluss ans Landnetz sowie ein Transformator installiert. Ein einziges Kabel verbindet das Schiff mit der Anlage, die kaum größer ist als ein normaler Stromkasten.

Zunächst werden mit einem speziellen Anschluss ausgerüstete Schiffe des schwedisch-finnischen Papierkonzerns Stora Enso nutzen, weitere Schiffe sollen folgen. Nach Angaben der Stadtwerke Lübeck, die die Anlage eingerichtet hatten, liegen bereits Anfragen aus ganz Europa vor. Für die Schiffsversorgung werde Ökostrom aus norwegischen Wasserkraftwerken benutzt.

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