Vorreiter

Erste Energiepässe im Saarland ausgestellt

Umweltminister Stefan Mörsdorf hat als einer der ersten "Hauseigentümer" im Saarland für sein Dienstgebäude einen Energiepass erstellen lassen. Im Rahmen einer offiziellen Übergabe überreichte Ralph Schmidt, der Geschäftsführer der ARGE "Solar", jetzt den Energiepass an den Minister.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (red) - Ab dem kommenden Jahr gilt die neue EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz auch in Deutschland. Bei jedem Nutzerwechsel einer Wohnung oder eines Gebäudes muss dann ein entsprechendes Zertifikat über den Energiebedarf vorliegen. Dieser Energiepass, der von einem Energieberater ausgestellt wird, informiert über Schwachstellen am Gebäude und des Heizungssystems und schlägt Maßnahmen vor, um die energetische Qualität zu verbessern, den Wert des Gebäudes zu steigern und die Umwelt vor Schadstoffen zu schützen. Auch Laien können so mit einem Blick erkennen, ob der Energiebedarf eines Hauses eher hoch oder niedrig ist.

Energieberater Ralph Schmidt von der ARGE "Solar" wies darauf hin, dass das Bürogebäude des Umweltministeriums im primärenergetisch unkritischen Bereich liegt. Der von ihm berechnete Wert für den Energieverbrauch liegt nah am Referenzwert für Gebäude vergleichbarer Größe und Nutzung. Mit einem Wert von 107 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr - das entspricht etwa 10,7 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr - sowie einem Stromverbrauch von 42 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erreiche das Dienstgebäude des Umweltministeriums in der Saarbrücker Keplerstraße sehr günstige Verbrauchswerte.

Umweltminister Mörsdorf zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis für sein Dienstgebäude: "Der Energiepass zeigt, dass das Gebäude bei der Primärenergie und auch beim Verbrauch der tatsächlichen Heizenergie in einem mehr als zufrieden stellenden Zustand ist. Unser Haus schneidet teilweise sogar deutlich besser ab als vergleichbare Neubauten oder ähnliche Verwaltungsgebäude. Hier zeigen sich auch deutliche Erfolge, die auch durch das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unserem Umweltmanagementsystem EMAS bereits erzielt werden konnten."

Anlässlich der Übergabe an das Umweltministerium überreichten die Mitarbeiter der ARGE "Solar" auch den Energiepass des SHG-Klinikums Merzig an Verwaltungsdirektor Gerhard Kühle. Auch das Ergebnis dieses Energiepasses sei sehr erfreulich, denn mit 520 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liege der Primärenergiebedarf dieses Klinikums im Bereich eines vergleichbaren Neubaus.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Energiekosten

    Kostenfaktor Strom: Wann zahlen Verbraucher zu viel?

    Beim Strom unterscheiden sich Haushalte bei der Energiemenge, die sie verbrauchen, und bei dem Preis, den sie für die Kilowattstunde bezahlen. Aktuelle Verbrauchswerte geben einen Anhaltspunkt, wann Verbraucher aktiv werden sollten.

  • Strom- und Gaspreise

    Strom, Heizen, Energie: Das kommt 2016 auf Verbraucher zu

    Im Energie-Bereich wird es im kommenden Jahr für Verbraucher einige Veränderungen geben. Der Strompreis steigt, für Bauherren werden die Regeln bei der Energieeffizienz strenger und neue Effizienzlabel treten auf den Plan.

  • Strom sparen

    STEAG baut Gaskraftwerk im Saarland

    Am Kraftwerksstandort Weiher in der saarländischen Gemeinde Quierschied kann ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) errichtet werden. Einen entsprechenden Antrag der STEAG Saar Energie AG hat das saarländische Umweltministerium jetzt genehmigt.

  • Hochspannungsmasten

    Saarländisches Umweltministerium rät: Sparlampen einschalten

    Wer seine herkömmlichen Glühbirnen gegen Sparlampen austauscht, spart nicht nur bei seiner eigenen Stromrechnung sondern auch große Mengen Kohlendioxid und hilft damit auch der Umwelt. Das saarländische Umweltministerium rät deshalb, auf die Verwendung von konventionellen Billig-Glühlampen zu verzichten.

  • Stromnetz Ausbau

    Neue Broschüre: Welches Heizungssystem ist das richtige?

    Wer ein Haus oder eine Wohnung baut muss sich irgendwann auch für ein Heizungssystem entscheiden. Aber welches von den momentan erhältlichen ist langfristig sicher, energetisch effizient und ökologisch sinnvoll? Eine neue Broschüre der ASUE kann bei der Entscheidung helfen.

Top