CCS-Technologie

Erste Eckpunkte für CO2-Speicherung beschlossen

Zur Erreichung der Klimaschutzziele will die Bundesregierung in den nächsten Jahren die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid vorantreiben. An der CCS-Technologie scheiden sich die Geister: Die Industrie lobt sie als wichtige Brückentechnologie, Umweltschützer hingegen halten CCS für riskant und überflüssig.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) verständigten sich auf Eckpunkte, die die Erprobung der sogenannten CCS-Technologie in den nächsten Jahren ermöglichen soll.

CCS steht für "Carbon Capture and Storage", zu deutsch "Kohlendioxid-Abscheidung und -Lagerung". Bei dieser Technik wird in Kohlekraftwerken entstandenes Treibhausgas nicht wie üblich in die Atmosphäre entlassen, sondern für den Transport und die unterirdische Speicherung weiterbehandelt.

Brüderle wertete die Technologie am Mittwoch als Voraussetzung für eine "sichere, klimafreundliche, wettbewerbsfähige Energieversorgung". Ohne die CCS-Technologie werde es nicht gelingen, die Klimaziele - CO2-Emissionsminderungen um 85, 90 Prozent bis 2050 - zu erreichen. Er versicherte, die Technik werde "unter höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards" erprobt.

Röttgen stellte klar, dass die Bürger an dem Verfahren beteiligt werden sollten. Es handele sich um ein offenes Verfahren, dessen Ausgang noch nicht bekannt sei. "Wir gehen dabei schrittweise vor und nehmen die Sorgen der Bevölkerung ernst", sagte er und fügte hinzu: "Es wird keine Erprobung gegen den Widerstand der Bundesländer geben". Ob die Technologie später auch kommerziell betrieben werde, werde sich während der Erprobung klären.

Die Eckpunkte sehen vor, dass die jährliche Speichermenge an CO2 bundesweit acht Millionen Tonnen Kohlendioxid nicht überschreiten darf. Jeder Speicher darf maximal drei Tonnen CO2 pro Jahr aufnehmen. Betroffene Kommunen - unter anderem sind Gemeinden in Ostbrandenburg zur Erkundung vorgesehen - sollen einen finanziellen Ausgleich erhalten. 2017 soll eine Evaluierung der Erprobung stattfinden. Das Gesetz soll bis Ende des Jahres umgesetzt sein, anschließend soll mit der Erprobung begonnen werden. Unternehmen können bis Ende 2015 Zulassungsanträge stellen. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.

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