Anträge abgegeben

Erste Bilanz von der Dekra: Vorbereitungen zum Emissionshandel laufen

Auf Wunsch übernahm die DEKRA neben dem Ausfüllen des Antrags auch die Kommunikation mit dem Verifizierer und dem Sachverständigen und präsentierte anschließend den Zuteilungsantrag beim Verifizierungsaudit. Das barg einige Vorteile, denn das System ist noch nicht problemfrei.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - In den vergangenen Wochen mussten alle Betriebe in Deutschland, die künftig mit Emissionen handeln wollen, ihren Antrag auf Zuteilung von Emissionsberechtigungen gestellt haben. Hilfe gab es dabei u.a. von der DEKRA Umwelt.

Auf Wunsch übernahm die DEKRA neben dem Ausfüllen des Antrags auch die Kommunikation mit dem Verifizierer, dem Sachverständigen, der den Zuteilungsantrag prüft, und präsentierte den Zuteilungsantrag beim Verifizierungsaudit. "Die Verifizierer waren froh, wenn sie einen fachgerecht ausgefüllten Antrag vorgelegt bekamen. So konnten auch Nachprüfungen vermieden werden, die der Verifizierer separat in Rechnung gestellt hätte", beschreibt der Emissionshandelsexperte Jochen Dettke von der DEKRA die Vorteile.

Nachdem der Anlagenbetreiber seinen Antrag mittels der Antragssoftware des Umweltbundesamtes ausgefüllt hatte, prüfte der Verifizierer die Angaben und unterzeichnete mit der Signatursoftware und seiner Chipkarte. Anschließend unterzeichnete auch der Anlagenbetreiber mit seiner Chipkarte und übermittelte dem Umweltbundesamt den Antrag mit Hilfe einer Poststellensoftware. Insbesondere die Anwendung der Chipkartenleser barg jedoch laut Dettke noch einige Probleme: "Die elektronische Unterschrift mittels Chipkarte soll einen hohen Sicherheitsstandard garantieren. Das schlägt sich leider in einer sehr umständlichen Handhabung nieder." Häufig seien mehrere Versuche bei der Installation des Lesegerätes erforderlich gewesen.

Ein weiteres Problem waren die Firewalls der Unternehmen. "Viele IT-Umgebungen kamen nicht mit der signierten Datei zurecht und löschten den vermeintlichen Virus aus der E-Mail," so DEKRA Experte Dettke. "Manchmal half nur, die Firewall des Unternehmens komplett abzuschalten."

Nach einer kurzen "Verschnaufpause" müssten nun die nächsten Aufgaben angegangen werden: Zum einen bis 15. Oktober die Anzeige nach Paragraph 4 Abs.7 THEG an die Genehmigungsbehörde, zum anderen die Vorbereitung auf das Monitoring.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromtarife

    UBA-Bilanz: 90 Millionen Emissionsrechte transferiert

    Die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (DEHSt) zieht ein Jahr nach Einführung des europäischen Emissionshandels eine positive Bilanz des neuen Klimaschutzinstrumentes: Laut nationalem Emissionshandelsregister haben Kontoinhaber über 90 Millionen Emissionsberechtigungen übertragen.

  • Hochspannungsleitung

    DEKRA berät bei Biomasse-Verbrennung

    Ab dem kommenden Jahr müssen Verbrennungsanlagen für ihren CO2-Ausstoß Zertifikate abgeben - dies trifft jedoch nicht auf Brennstoffe aus Biomasse zu. Wer aber auf diese zurückgreift, muss den Anteil der Biomasse am Brennstoff bestimmen und dokumentieren - dabei hilft auch die DEKRA.

  • Hochspannungsmasten

    Kohlendioxid-Emissionshandel verändert Umweltrecht

    In Brüssel steht die EU-Richtlinie zum Emissionshandel kurz vor der Verabschiedung. Parallel dazu beginnen in Deutschland in diesen Wochen die konkreten Vorbereitungen auf den Emissionshandel: Die Immissionsschutzbehörden erfragen bei den Betrieben die Emissionsmengen der letzen drei Jahre. Die Experten der DEKRA Umwelt haben die nächsten Schritte zusammengefasst.

Top