Prognose gesenkt

ersol spürt Wirtschaftskrise immer mehr

Der Solarzellenhersteller ersol bekommt die Krise in der Solarbranche immer stärker zu spüren und senkt für 2009 zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten seine Jahresprognose. In Kürze würden Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, um Maßnahmen zur Anpassung an die schwache Marktlage zu beraten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/red) - Wie das Erfurter Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wird der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr unter 300 Millionen Euro fallen. In der Folge werde das operativen Ergebnis (Ebit) negativ ausfallen. Mitte Mai hatte ersol seine Prognose auf 330 Millionen bis 380 Millionen von bis dahin angepeilten 420 Millionen Euro Euro revidiert.

Gespräche mit Arbeitnehmern geplant

Während das Unternehmen bislang ohne Produktionseinschnitte und Kurzarbeit ausgekommen ist, würden nun Maßnahmen zur Anpassung an die schwache Marktlage geprüft. "Wir werden uns jetzt mit den Arbeitnehmervertretern zusammensetzen und über geeignete Instrumente beraten", sagte eine Sprecherin, ohne konkrete Schnritte oder einen Zeitplan zu nennen. Zugleich verwies sie darauf, dass zu treffende Entscheidungen kurzfristig wirksam sein sollten. Derzeit beschäftigte ersol mehr als 1300 Mitarbeiter.

Nachfragemangel und fallende Preise

ersol fertigt vor allem Solarzellen, daneben aber auch Rohsilizium, Siliziumscheiben (Wafer) sowie Dünnschichtmodule. Laut der Sprecherin betrifft die Absatzschwäche viele Bereiche, allerdings ist sie am stärksten in der Zellproduktion spürbar.

Im Vergleich zum Vorjahr sei das Weltmarktvolumen der Photovoltaik zurückgegangen und ein Überangebot an Solarstromprodukten vorhanden, teilte das Unternehmen weiter mit. Daraus resultierten ein allgemeiner Nachfragemangel sowie fallende Preise bei Solarmodulen. Zudem fehle innerhalb der Branche die bisher erhoffte Trendwende.

Positive Aussicht auf 2011

Prinzipiell bleibt ersol aber von den Aussichten des Marktes überzeugt. "2010 wird es zwar nicht sehr viel besser als dieses Jahr, aber 2011 rechnen wir mit einer spürbaren Belebung des Marktes", sagte die Sprecherin.

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