Zuschuss

Erneut Abwrackprämie für Stromfresser im Gespräch

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und die Grünen haben sich für eine Abwrackprämie für alte, stromfressende Haushaltsgeräte ausgesprochen. Wer ein Kühlgerät der höchsten Effizienzklasse anschaffe und sein Altgerät verschrotte, solle dafür mit 200 Euro inklusive der Entsorgungskosten belohnt werden.

Kühlschrank© fuzzbones / Fotolia.com

Berlin/Hannover (AFP/dapd/red) - Das sagte Robert Pörschmann vom BUND dem Berliner "Tagesspiegel" vom Montag. Auch die Grünen sind demnach für eine staatliche Förderung. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass "nur wirklich alte Geräte ausgemustert werden", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, der Zeitung. Zudem müssten die alten Geräte auch tatsächlich entsorgt "und nicht im Keller für Getränke weiter betrieben werden", betonte Höhn. Zudem solle der Zuschuss vor allem einkommensschwachen Haushalten zugute kommen.

Kritik ähnlich wie bei der Auto-Abwrackprämie

Die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU, Mechthild Heil, sagte dem "Tagesspiegel", sie halte es für wirtschaftlich unsinnig, ein Gerät zu verschrotten, das noch funktionstüchtig sei. Ähnlich äußerte sich die niedersächsische FDP-Fraktion in Hannover. Dadurch "würden viele alte, noch funktionstüchtige Geräte auf dem Schrottplatz landen", sagte der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Gero Hocker, am Montag. Wer es sich ohnehin leisten kann, ein neues Gerät zu kaufen, bekomme es durch die Abwrackprämie dann subventioniert.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Solaranlage Einfamilienhaus

    Solarstromspeicher sollen nicht weiter gefördert werden

    Die Förderung für Solarstromspeicher soll zum Jahresende abgeschafft werden. Das geht aus einem Schreiben des Bundeswirtschaftsministers an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor. Kritisiert wird das vor allem im Hinblick auf die kürzlich bewilligte Braunkohle-Subventionierung.

  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Offshore-Windkraft

    Stromkunden sollen Risiko für Windparks auf See mittragen

    Die Bundesregierung wälzt einen Teil des Risikos von Windparks in Nord- und Ostsee auf die Verbraucher ab. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine Haftungsregelung, wonach künftig auch die privaten Kunden über ihre Stromrechnung Schadenersatz von maximal 0,25 Cent pro Kilowattstunde zahlen, sollte eine Netzanbindung der Windparks nicht rechtzeitig fertig werden.

  • Gasverbrauch

    Kraft-Wärme-Kopplung soll stärker gefördert werden

    Die Koalitionsfraktionen im Bundestag wollen die Förderung für die Kraft-Wärme-Kopplung nachbessern: Neue Anlagen sollen ab 2013 nicht mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde gefördert werden, sondern sogar mit 0,3 Cent, wie der energiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Klaus Breil, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Montag sagte.

  • Handygespräch

    Skandal um Handy-Datenerfassung weitet sich aus

    Die massenhafte Erfassung von Handy-Daten bei Protesten gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dresden ist offenbar noch umfangreicher als bislang bekannt.

Top