Treffpunkt

Erneuerbare Energien im Zentrum des dritten Saarländischen Energiedialogs

Über 100 Teilnehmer aus Forschung, Politik, Energiewirtschaft, Handwerk und Energie-Initiativen machten von der Einladung durch die saarländischen Ministerien für Wirtschaft und Umwelt, den Fachverband der Elektrizitätswirtschaft und der Industrie- und Handelskammer Gebrauch und diskutierten auf den Energiedialog über das facettenreiche Thema.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Markt für Erneuerbare Energien ist in Bewegung. Dabei ist im Grunde von mehreren Teilmärkten zu sprechen: die Nutzung verschiedener Erneuerbarer Energien wie Wind, Wasser, Solarenergie, Biomasse zur Strom- und oder Wärmeproduktion, die Gastechnologie als Übergang zum Wasserstoffeinsatz, die Herstellung von Produktionsanlagen und die Vermarktung und Technikanwendung in Bau und Handwerk. Mit diesem facettenreichen Thema befasste sich kürzlich der Saarländische Energiedialog 2003.

Die Gemeinschaftsveranstaltung der Ministerien für Wirtschaft und für Umwelt, des Fachverbandes der Elektrizitätswirtschaft, des Verbandes der Gas- und Wasserwirtschaft, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme bot ein Forum für vielseitige und auch kontroverse Diskussionen. Über 100 Teilnehmer aus Forschung, Politik, Energiewirtschaft, Handwerk und Energie-Initiativen machten davon Gebrauch.

Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi forderte die Beteiligten auf, sich verstärkt den Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung zuzuwenden. Daher sei der diesjährige Energiedialog unter das Motto "Regenerative Energien - ein wachsender Wirtschaftsfaktor" gestellt worden. Gerade aufgrund des für die nächsten Jahre erwarteten Ersatzbedarfs bei der Energieerzeugung - sowohl bei Ersatzinvestitionen für Großkraftwerke als auch bei Investitionen in die dezentrale Erzeugung in Kleinanlagen - würden die Chancen für Erneuerbare Energien und KWK-Technologien steigen. Ihr technisches Potenzial und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten böten viele Vorteile.

"Das Saarland", so Georgi, "profiliert sich überregional konsequent als Standort für Unternehmen mit dem Geschäftsfeld "Zukunftsenergien". Die Förderung von Innovationen bei der Energiegewinnung und -nutzung ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen, sondern bereits mittelfristig wirtschaftlich attraktiv und bietet Chancen für eine Vielzahl qualifizierter Arbeitsplätze."

So hob auch der Hauptredner, Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, hervor, dass es fünf Größen sind, die die Veränderungen in der Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte bestimmen werden: "Der Energiehunger der Welt (neun bis zehn Milliarden Menschen werden bis 2050 zwei bis drei Mal soviel Energie verbrauchen), die drohende Klimaveränderung durch Verbrennen fossiler Energieträger, die zu erwartende Knappheit des Öls und Gases und die wachsende Importabhängigkeit. Die fünfte Komponente, die diesen Herausforderungen entgegenwirken muss, ist die Technologie." Daher bedürfe es eines entsprechend technologiefreundlichen Bodens in Deutschland, der durch Politik und Wirtschaft bereitet werden müsse. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden daher einige Beispiele für die praktische Anwendung zukunftsorientierter Energietechnologien im Baubereich und im Handwerk vorgestellt.

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