BEE-Umfrage

Erneuerbare-Energie-Branche setzt weiter auf staatliche Förderung

Die Unternehmen der Erneuerbaren-Energie-Branche wollen in den kommenden fünf Jahren in erheblichem Umfang Arbeitsplätze schaffen. Fast jedes zweite Unternehmen will die Zahl seiner Mitarbeiter um 30 bis 100 Prozent erhöhen. Daher dürfe die Förderung der erneuerbaren Energien nicht abgeschafft werden.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Branche der alternativen Energien fordert von der Führung der Unionsparteien eine klare Aussage über die Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die überwiegend mittelständische Branche brauche stabile Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Milan Nitzschke, am Montag in Berlin.

Eine Rücknahme der im EEG verankerten Regelungen würden viele Unternehmen nicht überleben, weil es dann keine fairen Wettbewerbsbedingungen mehr gebe, sagten Branchenvertreter bei der Vorstellung einer BEE-Umfrage.

Nitzschke betonte, die Branche blicke derzeit positiv in die Zukunft. Die Unternehmen seien in einem Geschäftsfeld der Zukunft tätig, auf dem Deutschland seine Vorreiterposition behalten und stärken müsse. Dafür sei die Förderung durch das EEG unabdingbar. Dies habe auch die Umfrage unter 318 Unternehmen ergeben, sagte Nitzschke. Für Dreiviertel der Unternehmen sei ein Festhalten am EEG wichtig oder sehr wichtig.

Wie aus der vom Bielefelder Soko-Institut im Mai und im Juni durchgeführten Umfrage weiter hervorgeht, will jedes fünfte Unternehmen der Branche bis 2010 seine Mitarbeiterzahl verdoppeln. Fast jedes zweite Unternehmen will die Zahl seiner Mitarbeiter um 30 bis 100 Prozent erhöhen. Besonders optimistisch sind dabei laut BEE die Unternehmen der Solar- und der Bioenergiebranche. Bei den befragten Unternehmen seien etwa 20 Prozent aller Arbeitsplätze in der gesamten Branche angesiedelt. Diese gebe in ihren fünf Teilbranchen Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Erdwärme gegenwärtig mehr als 130 000 Menschen Arbeit. Im vergangenen Jahr setzte die Branche 11,5 Milliarden Euro um.

Die durch das EEG anfallenden Mehrkosten von jährlich gut zwei Milliarden Euro werden auf die Strompreise umgelegt. Die Verbraucher zahlen laut BEE mit jeder Kilowattstunde etwa 0,5 Cent für den Ausbau der erneuerbaren Energien, was einem Anteil von 2,7 Prozent entspreche. Laut BEE ist der Großteil des Anstiegs der Strompreise von etwa vier Cent pro Kilowattstunde seit dem Jahr 2000 nicht mit der Förderung der erneuerbaren Energien zu erklären. Die Vergütung nach EEG falle gemessen an den anderen preisbestimmenden Faktoren nur minimal ins Gewicht.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Hochspannungsleitung

    Regierung gibt Auskunft über Strompreisbestandteile

    In einer Antwort auf eine "Große Anfrage" der Opposition hat die Regierung die Bestandteile des Strompreises aufgeschlüsselt: Die Förderung der Erneuerbaren habe drei Prozent ausgemacht, die Stromsteuer elf und die Konzessionsabgabe zehn Prozent. Anteil von Erzeugung, Transport und Vertrieb: 60 Prozent.

  • Energieversorung

    Gegenwind für Windkraft: Förderung "Mumpitz"?

    Die Förderung von Windenergie stand auch am Wochenende in der Kritik: Während sich die neue nordrhein-westfälische Landesregierung auf Bundesebene für ein Ende stark machen will, warnte der Bundesverband Windenergie vor Schnellschüssen. Aber auch das RWI sprach von günstigeren Optionen.

  • Energieversorung

    Schmoldt kritisiert Hilfen für erneuerbare Energien

    Der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, hat einen kritischeren Umgang mit erneuerbaren Energien gefordert. "Wir sind für erneuerbare Energien. Aber sie müssen sich auch an ihren Kosten messen lassen", sagte Schmoldt der Nachrichtenagentur ddp in Berlin.

Top