Keine Sabotage

Ermittlungen wegen Stromausfall in Region Trier eingestellt

Aller Wahrscheinlichkeit nach hat ein Brand oder Kurzschluss zu einem Schaden an der Leitung im saarländischen Merzig und damit zu einem großflächigen Stromausfall am 2. September in der Region Trier geführt. Menschliches Fehlverhalten sei nicht nachweisbar, schloss die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ihre Ermittlungen ab.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Trier/Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ihre Ermittlungen wegen des großen Stromausfalls Anfang September in der Region Trier/Luxemburg eingestellt. Es hätten sich keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten ergeben, teilte Oberstaatsanwalt Raimund Weyand heute in Saarbrücken mit. Die genaue Auslöser für den Stromausfall sei aber weiter unklar.

Die direkte Ursache des Stromausfalls liegt den Ermittlungsergebnissen zufolge mit höchster Wahrscheinlichkeit in einem Kurzschluss oder Brand im Bereich des Stephansberges in Merzig. Welches der Auslöser hierfür war, habe jedoch nicht ermittelt werden können. Menschliches Verhalten habe aber offenbar nicht dazu geführt. Insbesondere könne ein Zusammenhang mit der zu dieser Zeit durchgeführten Luftlandegefechtsübung "COLIBRI XL" ausgeschlossen werden, betonte Weyand. Hingegen bestehe die Möglichkeit, dass ein Vogel den Kurzschluss ausgelöst habe.

Durch den großflächigen Ausfall am 2. September waren im westlichen Rheinland-Pfalz mehr als 200 000 Haushalte mit rund 540 000 Menschen zum Teil für mehrere Stunden völlig ohne Strom. Betroffen waren neben der Stadt Trier die umliegenden Landkreise und Teile Luxemburgs. Der Stromkonzern hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt wegen Störung öffentlicher Betriebe gestellt.

Laut RWE belaufen sich die Schadenersatzforderungen inzwischen auf 730 000 Euro, Haftungsfragen sollen jedoch erst geklärt werden, wenn demnächst der Abschlussbericht fertiggestellt ist.

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