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Ermittlungen nach Uran-Störfall in Gronau teilweise eingestellt

Mehr als sieben Monate nach dem Störfall in der Urananreicherungsanlage Gronau hat die Staatsanwaltschaft Münster die Ermittlungen gegen die Betreiberfirma Urenco eingestellt. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, könne den Bediensteten der Firma kein strafrechtlich relevantes Verhalten zur Last gelegt werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Münster/Gronau (ddp/red) - Zudem sei die bei dem Zwischenfall freigesetzte Menge Uran nicht geeignet, Leib oder Leben eines anderen Menschen zu schädigen, hieß es. Auch der bei dem Vorfall verletzte Mitarbeiter habe keine Anzeige erstattet.

Bei dem Zwischenfall am 21. Januar war in der Behältervorbereitung Uranhexafluorid (UF6) freigesetzt und ein Mitarbeiter verstrahlt worden. Der Mann war Ende Januar aus dem Krankenhaus entlassen worden. Im Urin des Mitarbeiters war Uran festgestellt worden. Allerdings war die Strahlendosis geringer als zunächst vermutet.

Ein Zulieferer aus Schweden hatte nach derzeitigem Erkenntnisstand einen Behälter nach Gronau geliefert, der als gereinigt ("clean and washed out") deklariert worden war. Dieser Behälter enthielt jedoch 1,6 Kilogramm Uranverbindungen. Inwieweit ein strafbares Verhalten des Zulieferers vorliegt, sollen nun die weiteren Ermittlungen ergeben. Das Verfahren gegen die Lieferfirma wurde von der Staatsanwaltschaft Münster abgetrennt. Die schwedischen Behörden sollen demnächst dazu informiert werden und dann die Strafverfolgung übernehmen.

Die Urananreicherungsanlage in Gronau (Kreis Borken) besteht seit 1985. Die Fabrik an der deutsch-niederländischen Grenze im Münsterland ist die einzige kommerzielle Urananreicherungsanlage in der Bundesrepublik. Betreiber ist die Urenco-Gruppe, an der die niederländische und die britische Regierung indirekt je ein Drittel halten. Das übrige Drittel teilen sich die deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON.

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