In Tschechien

Ermittlungen gegen RWE-Tochter wegen Gaspreiserhöhungen

Auch in Tschechien wird der Gaspreis jetzt stärker unter die Lupe genommen. Wie ein Sprecher von RWE Energy gestern bestätigte, hat die dortige Wettbewerbsbehörde ein Ermittlungsverfahren gegen die zu RWE gehörende Transgas wegen möglicherweise unbegründeter Preiserhöhungen eingeleitet.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Die tschechische Wettbewerbsbehörde UOHS hat gegen die zum Essener Energiekonzern RWE gehörende Ferngasgesellschaft Transgas ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dies bestätigte am Montag ein Sprecher der RWE Energy AG.

Es bestehe der Verdacht, dass Transgas die Gaspreise seit Jahresbeginn unbegründet nach oben getrieben habe, sagte er und kündigte zugleich eine Kooperation mit den Behörden an. "Wir sind der Meinung, dass sich der Verdacht nicht bestätigen wird", sagte der Sprecher. Zu möglichen Bußgeldern wollte er sich nicht äußern.

Transgas ist das größte Gasunternehmen in Tschechien mit knapp 2,2 Millionen Kunden und 5100 Beschäftigten. Der Konzern setzt jährlich rund 3,2 Milliarden Euro um. RWE hatte für die Übernahme von Transgas Ende 2002 etwa 4,1 Milliarden Euro bezahlt.

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