Bund der Energieverbraucher

Erhöhung der Energiepreise: Neues Musterschreiben zur Verweigerung

Der Bund der Energieverbraucher rät den Verbrauchern weiterhin, Strom- und Gaspreiserhöhungen nicht kommentarlos hinzunehmen. Mit dem Hinweis auf Unbilligkeit könnten diese verweigert werden - dann müsse der Versorger seine Kalkulation offenlegen. Das entsprechende Musterschreiben wurde jetzt überarbeitet.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (red) - Der Bund der Energieverbraucher hat erneut dazu aufgerufen, Strom- und Gaspreiserhöhungen nicht zu zahlen. "Die angekündigten Strompreiserhöhungen entsprechen nicht der Billigkeit", erläuterte der Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Energieverbraucherbundes.

Das Recht, die Erhöhung mit Hinweis auf Unbilligkeit zu verweigern, entsteht nach Meinung des Jenaer Rechtsanwalts Thomas Fricke aus Paragraph 315 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Besteht der Versorger auf Zahlung, müsse er vor Gericht klagen und hierfür seine Kalkulationsgrundlagen offenlegen, um die Preiserhöhung zu begründen. "Experten rechnen deshalb nicht damit, dass es überhaupt Klagen gegen zahlungsverweigernde Verbraucher geben wird", fühlt sich Peters auf der sicheren Seite.

Bisher sei das entsprechende Musterschreiben über 90 000 mal heruntergeladen worden, führte Peters aus. Er wies darauf hin, dass es jetzt eine überarbeitete und juristisch verbesserte Fassung gebe.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Steckdose

    Verbraucherbund: Stromanbieter erhöhen zu stark

    Mit den für das kommende Jahr angekündigten Strompreiserhöhungen verlangen die Energiekonzerne nach Angaben von Verbraucherschützern 2,1 Milliarden Euro zu viel von ihren Kunden. Die staatlich veranschlagten Mehrkosten allein würden nicht zu durchschnittlich fast zwölf Prozent Aufschlag führen. Der Bund der Energieverbraucher hat nachgerechnet.

  • Stromtarife

    "Schluss mit lustig": Bundesländer entscheiden über Strompreiserhöhung

    Hessens Wirtschaftsminister Rhiel hat sich an die Spitze der "Strompreisrebellen" gestellt und den hessischen Versorgern die beantragten Preiserhöhungen nicht genehmigt. Auch Schleswig-Holstein und Bayern überlegen, in Berlin bleibts stabil. Die Entscheidungen gefallen sind u.a. in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

  • Stromtarife

    Verweigerte Preiserhöhung: Kann der Versorger das Gas abdrehen?

    Zu Beginn kommenden Jahres werden sich überall in Deutschland die Energiepreise erhöhen, so viel steht fest. Verbraucherverbände raten zu Verweigerung aufgrund von Unbilligkeit - in ersten Reaktionen drohen Versorger mit Gassperrung. Darf der Versorger den Hahn in diesem Fall abdrehen? Wir haben Tipps vom Experten.

  • Hochspannungsmasten

    Verweigerung der Preiserhöhung: Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlicht Musterbrief

    Die Verbraucherzentrale Hamburg hat auf ihrer Internetseite einen Musterbrief veröffentlicht, mit dem engagierte Verbraucher der von E.ON Hanse angekündigten Gaspreiserhöhung mit dem Hinweis auf Unbilligkeit widersprechen können. Alle weiteren Fragen werden zudem beantwortet.

  • Strom sparen

    Rechtliche Unsicherheit: Dürfen Verbraucher Preiserhöhungen wegen "Unbilligkeit" nicht zahlen?

    Der Bund der Energieversorger hat die Verbraucher aufgefordert, Energiepreiserhöhungen mit dem Verweis auf "Unbilligkeit" zunächst zu verweigern. Die Verbraucherschützer stützen sich auf die Auffassung des Jenaer Rechtsanwaltes Thomas Fricke. Aber ist das wirklich so risikolos? Es gibt auch andere Meinungen ...

Top