Erfolgreiches Geschäftsjahr 2000: Atel im Powerplay

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Die Schweizer Stromhandelsgruppe Aare-Tessin AG für Elektrizität, Atel, hat das Geschäftsjahr 2000 erfolgreich abgeschlossen und das Energieservice-Geschäft zum zweiten starken Standbein ausgebaut. "Unser Unternehmen hat in den vergangenen Jahren einen klaren strategischen Kurs gefahren", bilanziert CEO Alessandro Sala. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 73 Prozent auf 3,3 Milliarden Schweizer Franken (CHF). Der hohe Zuwachs ist vor allem auf den Erwerb der GAH-Gruppe und weiterer Unternehmen zurückzuführen. Bereinigt um die Wirkung der Akquisitionen beziffert sich die Umsatzsteigerung auf 130 Millionen CHF oder 7 Prozent. Dieses interne Wachstum ist im Wesentlichen auf das Segment Energiehandel zurückzuführen. Der Gruppengewinn der Atel-Gruppe wuchs um 26 Prozent auf 135 Millionen CHF. Der Cashflow verminderte sich wegen Veränderungen im Geschäftsportfolio um 15 Prozent auf 465 Millionen CHF. Der Generalversammlung wird eine um 11 Prozent erhöhte Dividende von 20 CHF pro Aktie vorgeschlagen.


Mit dem Erwerb der deutschen GAH-Gruppe baute Atel das Energieservice-Geschäft im letzten Jahr zum zweiten Standbein der Gruppe aus. Das neue Standbein trug 45 Prozent zum Konzernumsatz bei, 55 Prozent des Gesamtumsatzes stammen aus dem Energiehandel. Im Segment Energieservice nahmen Nettoumsatz und Gesamtleistung aufgrund der Akquisitionen sprunghaft zu. Der Energieservice umfasst ein breites Angebot von elektrotechnischen Dienstleistungen für Gebäude, Industrieanlagen, Verkehrssysteme sowie in der Kommunikationstechnik und der Energieversorgung. Die Atel-Gruppe steigerte den Energieabsatz im letzten Jahr um 15 Prozent auf 33 Milliarden Kilowattstunden. Hauptmarkt ist nach wie vor Italien mit einem Anteil von über 40 Prozent. Die Region Nord-West-Europa, allen voran Deutschland, verdoppelte den Energieabsatz und trägt nun bereits 20 Prozent zum Gesamtenergieabsatz bei. Auf die mittel- und osteuropäischen Energiemärkte fielen etwa 16 Prozent des Stromabsatzes. Schließlich trug die Schweiz 21 Prozent zum Energieabsatz bei. In Italien konnte im letzten Jahr das Schiedsverfahren mit Enel gütlich und für beide Seiten befriedigend beigelegt werden.


Atel setzt sich für eine schnelle und konsequente Marktöffnung ein. Die Liberalisierung ist zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Volkswirtschaft wichtig. "Ohne Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) wird die Schweiz mit der EU ein neues bilaterales Dossier über den Strommarkt eröffnen und verhandeln müssen", strich Alessandro Sala die Bedeutung des EMG hervor. Im Hinblick auf die Verordnung zum EMG muss der Missbrauch der Energie für fiskal-, sozial- und regionalpolitische Anliegen klar verhindert werden, sofern dem EMG in einer Volksabstimmung größere Chancen eingeräumt werden sollen.

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