Genehmigung erwartet

Erdwärmekraftwerk in Landau läuft bald wieder

Das Erdwärme-Kraftwerk in Landau wird in den kommenden Tagen mit verminderter Leistung wieder angefahren. Von kommender Woche an sollen Funktionstests starten, dafür sei aber noch die Genehmigung des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Geologie und Bergbau nötig, so die Betreiberfirma geox. Man rechne aber "stündlich" mit der Genehmigung aus Mainz.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Landau (ddp-rps/red) - Nachdem im Sommer zwei leichte Erdbeben in der Stadt für Unruhe gesorgt hatten, wurde das Geothermiekraftwerk nicht wieder hochgefahren. Nach Angaben des Betreibers war das Kraftwerk in der Zeit der Beben aufgrund von Wartungsarbeiten nicht am Netz. "Dennoch können wir nicht ausschließen, dass die Erschütterungen im August und September mit dem Kraftwerk zusammenhängen", sagte Günter Koch, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke, die an geox beteiligt sind.

Allerdings handle es sich bei der Gegend um Landau auch um eine "seismisch aktive Region", in der in den vergangenen 40 Jahren 260 Erschütterungen registriert worden seien. Um mögliche Irritationen zu vermeiden, wolle das Unternehmen weiterhin die Bevölkerung aufklären. Noch gebe es von der eigens eingesetzten Expertenkommission kein abschließendes Fazit bezüglich eines möglichen Zusammenhangs von Erdbohrungen und Beben.

Geothermie-Kraftwerk soll nicht mit voller Leistung laufen

So sei auch noch nicht ausgemacht, ob die leichten Schäden, die von 40 Anwohnern gemeldet wurden, von der Versicherung übernommen werden. Daher werde man das Kraftwerk zunächst mit "deutlich verminderter Leistung" anfahren. So werde die Anlage nur mit niedrigerem Druck Wasser in tiefe Gesteinsschichten pumpen.

Voraussetzung für das Wiederanfahren ist die Erfüllung verschiedener Auflagen. So musste der Versicherungsschutz auf 50 Millionen Euro erhöht werden. Außerdem wurde ein umfangreiches Messnetz eingerichtet, um die Oberflächenschwingungen seismischer Ereignisse zukünftig genau ermitteln zu können. "Unser Ziel ist es, die Anlage so zu betreiben, dass es keine Beeinträchtigung an der Erdoberfläche gibt", sagte Branka Rogulic, die Geschäftsführerin der Betreiberfirma geox.

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