Ursache

Erdbeben in Landau wohl durch Geothermie-Bohrung ausgelöst

Die rheinland-pfälzische Landesregierung sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen den jüngsten Erdbeben in Landau und den Bohrungen für ein neues Geothermiekraftwerk. Im Stadtgebiet Landau hatte es am 15. August zwei Erdbeben mit einer Stärke von 2,7 und 1,6 auf der Richterskala gegeben

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/red) - Nach vorläufigen Erkenntnissen des Landesamtes für Geologie und Bergbau habe das Hypozentrum der jüngsten Beben vom 15. August etwa 500 Meter nördlich des Geothermiekraftwerks Landau in einer Tiefe von 2,5 bis vier Kilometern gelegen, sagte Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) im Mainzer Landtag. Es gebe "Hinweise auf einen Zusammenhang", der aber noch nicht bewiesen sei.

Die Genehmigungen für das Kraftwerk werden laut Hering ohnehin "bewusst befristet" erteilt, die erste laufe am 30. September aus. Aufgrund der Beben seien die Auflagen für das Kraftwerk überarbeitet worden, der neue Bescheid werde mit diesen neuen Auflagen versehen sein, betonte der Minister.

Hering hält an Geothermie fest

Hering fügte hinzu, ungeachtet der aktuellen Beben könne die Geothermie einer der wichtigen Energieträger in Rheinland-Pfalz werden und spiele eine wichtige Rolle bei der Begrenzung des weltweiten Klimawandels. Zudem sei der Oberrheingraben ohnehin insgesamt eine "bewegte Region". Seit Juni 2000 seien allein 57 kleinere Beben in derselben Größenordnung wie die vom 15. August registriert worden.

Auch eine zukunftsträchtige Technologie müsse aber von den Menschen akzeptiert werden, betonte der Minister. Die Landesregierung habe deshalb eine Expertenkommission zur Klärung der Zusammenhänge zwischen den Beben und der Geothermie eingesetzt, die am Freitag erstmals tagen werde.

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