Standpunkt

EnWG: VDN warnt vor falschen Erwartungen

Gestern trat das neue Energiewirtschaftsgesetz in Kraft und die Bundesnetzagentur (bisher RegTP) nimmt in diesen Tagen ihre Arbeit auf. Dass dadurch jedoch Preissenkungen erzielt werden können, bezweifelt der Verband der Netzbetreiber (VDN) und warnt daher vor falschen Erwartungen an Gesetz und neue Behörde.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Zwar begrüßen die Netzbetreiber grundsätzlich das Gesetz, weil es mehr Planungssicherheit für Investitionen im Leitungsbau gebe. Schließlich gehöre die Versorgungsqualität zu den obersten Zielen der Stromversorger. Allerdings habe die Bundesnetzagentur ausschließlich Zugriff auf die Netznutzungsentgelte, die nur 34 Prozent am derzeitigen Strompreis ausmachten.

Gerade die letzten Wochen hätten gezeigt, dass unterschiedlichste Faktoren einen Einfluss auf die Strompreise haben. Selbst wenn die avisierten zehn Prozent Preissenkungen im Bereich der Netznutzung erreicht werden könnten, würde das den Gesamtpreis gerade einmal um drei Prozent reduzieren - sich also im Bereich der diskutierten Mehrwertsteuer-Erhöhung bewegen, gibt der VDN zu bedenken.

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