Beispielhaft

Entgegen dem Markttrend: LichtBlick-Strompreise steigen nicht

Ein Lichtblick für den Jahreswechsel: Der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick wird den Strompreis nicht erhöhen. Er spekuliert auf eine eventuelle Senkung der Netznutzungsentgelte und will auch die Euroumstellung nicht verfälschen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Strompreise des Hamburger Ökostromanbieters LichtBlick - die Zukunft der Energie GmbH bleiben auch über den Jahreswechsel hinaus konstant. Dies gab Heiko von Tschischwitz, LichtBlick-Geschäftsführer, heute bekannt.

Zwei Gründe sprechen seiner Meinung nach für diese Entscheidung: "Zum heutigen Zeitpunkt ist noch unklar, wie genau sich die Kosten der Stromversorgung insgesamt entwickeln werden. Steuern und Abgaben steigen zwar unstreitig. Im Gegenzug aber könnten sich schon bald die Netznutzungsentgelte reduzieren. Insofern wäre es denkbar, dass unser Preis nach einer Erhöhung zum Januar 2002 schon bald ungerechtfertigt hoch wäre. Insofern warten wir besser ab, bis wir gesichert abschätzen können, wie sich die Summe der Kosten entwickelt, damit wir unseren Kunden zu jeder Zeit ein seriös kalkuliertes und damit kostengünstiges Angebot bieten können", erkärt von Tschischwitz. "Außerdem möchten wir aus Transparenz-Gesichtspunkten vermeiden, dass die Euro-Umstellung mit einer Preisänderung zusammenfällt. Wir legen Wert darauf, dass unsere Kunden Preisänderungen zu jeder Zeit klar erkennen können, was nicht der Fall ist, wenn man beides miteinander vermischt und die Euroumstellung zu heimlichen Preiserhöhungen nutzt."

LichtBlick gehört damit zu den wenigen Energieversorgern, die ihre Preise nicht erhöhen werden. Der Ökostromanbieter bleibt aber weiter bei seiner Forderung nach Senkung der Netznutzungsentgelte. Zwei Beispiele hätte gezeigt, dass dies möglich ist: Die Kartellbehörden haben gegen knapp 200 Netzbetreiber Untersuchungen wegen des Verdachts auf missbräuchlich überhöhter Netznutzungsentgelte eingeleitet. Zum anderen hätten die Stadtwerke Düsseldorf AG - offenbar ohne erkennbaren äußeren Druck - ihre Netznutzungsentgelte von bisher 13,03 auf 10,12 Pfennig pro Kilowattstunde und den Verrechnungspreis für Zählermiete, Messen und Abrechnen von bisher 120 auf 78 Mark gesenkt.

Der LichtBlick-Strom kostet also auch nach dem 1. Januar 2002 14,57 Cent (28,5 Pfennig) pro Kilowattstunde und 4,86 Euro (9,50 DM) pro Monat .

Das könnte Sie auch interessieren
  • Netzausbau

    Tennet erhöht Netzentgelte: Strom wird wohl teurer

    Stromnetzbetreiber Tennet erhöht die Netzentgelte deutlich. Das dürfte sich im kommenden Jahr auch auf den Stromrechnungen vieler Verbraucher bemerkbar machen. 30 Euro mehr sollen pro Haushalt im Schnitt anfallen, so Tennet-Chef Keussen.

  • Stromrechnung

    Energieanbieter holen Preiserhöhungen nach

    Wer sich zum Jahreswechsel über gleichbleibende Strompreise gefreut hat, muss dafür eventuell in den kommenden Wochen mit einer Preiserhöhung rechnen. Fast 30 Stromanbieter haben angekündigt, ihre Preise im Februar und März nach oben zu korrigieren.

  • Strompreise

    VEA-Preisvergleiche dokumentieren Missbrauch bei Netznutzungsentgelten

    Die Überprüfung der Netznutzungsentgelte deutscher Stromnetzbetreiber durch das Bundeskartellamt löst auch beim VEA Erleichterung aus. Dessen regelmäßige Preisvergleiche waren ein Grund dafür, dass sich Bund und Länder zum Handeln entschlossen haben.

  • Strompreise

    Regierung legt Entwurf für KWK-Gesetz vor

    Die Regierung hat dem Bundestag gestern den Entwurf für ein neues Gesetz zur Förderung der umweltfreundlichen Stromerzeugungsart Kraft-Wärme-Kopplung vorgelegt. Es soll zum 1. Januar 2002 in Kraft treten.

  • Hochspannungsmasten

    Schack: Kartellamt aktiv, doch nur Netzzugangsverordnung kann Lösung sein

    Jens Schack vom Hamburger Stromanbieter DSA zeigte sich erfreut darüber, dass das Bundeskartellamt die Netznutzungsentgelte verschiedener Netzbetreiber unter die Lupe nimmt. Vom Erfolg ist er jedoch nicht überzeugt.

Top