Wendehals

Entgegen allen Ankündigungen: Auch EnBW erhöht Preise für Strom und Gas

Das ist absolut nicht kundenfreunlich: Erst die Verbraucher in Sicherheit wiegen und ihnen dann doch noch in die - ohnehin schon leeren - Taschen greifen. Entgegen allen Ankündigungen wird auch die EnBW ihre Strom- und Gaspreise zum 1. Januar 2005 erhöhen. Was Verbraucher dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp-bwb/sm) - Der Jahreswechsel naht und so nimmt denn auch die Zahl der Energieversorger zu, die Strom- und Gaspreiserhöhungen für das kommende Jahr verkünden. Jüngstes Beispiel: Die EnBW, Deutschlands drittgrößter Stromversorger. Das ist insofern brisant, als dass das Karlsruher Unternehmen bisher immer kund tat, die Preise stabil zu halten und damit zum "leuchtenden Beispiel" für die Verbraucherschützer wurde. Und: In Baden-Württemberg gibt es keine politische Preisaufsicht, keine quasi "höhere Instanz", die die Kalkulation der Versorger überprüft. Das ist besonders ärgerlich für die betroffenen Verbraucher.

Die EnBW-Strompreise sollen nun um 3,5 Prozent brutto steigen. Für Gasbezieher sei eine Bruttopreiserhöhung in Höhe von 5,1 Prozent geplant, teilte das Unternehmen gestern mit und begründete die Anhebung mit "stark gestiegenen Erzeugungs- und Einkaufskosten". Den Angaben zufolge ist vorgesehen, den Preis im Allgemeinen Tarif Strom (EnBW Komfort) zum 1. Januar 2005 anzupassen. Er erhöht sich um 0,66 Cent auf 18 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu kommt eine Anhebung des Jahres-Grundpreises um gut einen Euro auf 92,22 Euro.

Beim Gas sollen die Kunden im Allgemeintarif (Zonentarif) ab 1. Februar 2005 netto 0,25 Cent mehr pro Kilowattstunde bezahlen. Der Grundpreis bleibe mit 21,58 Euro pro Jahr stabil, hieß es weiter. Die Mehrkosten für einen Durchschnittshaushalt für Erdgas wurden auf monatlich 2,90 Euro beziffert.

"Bedingt durch die stark gestiegenen Rohstoff-, Erzeugungs- und Einkaufskosten für die Bereitstellung von Energie ist es nach sorgsamer Prüfung und eingehender Beobachtung dieser Marktbewegungen auch für die EnBW unumgänglich, die Preise für Strom und Gas an das höhere Beschaffungsniveau anzupassen", begründet Dr. Detlef Schmidt, Vertriebs- und Marketing-Vorstand der EnBW die Kehrtwende. In Anbetracht der Tatsache, dass Energieunternehmen kaum kurzfristig kalkulieren, muss sich die EnBW nun damit abfinden, als "Wendehals" zu gelten. Es ist wohl kaum verbraucherfreundlich, die Kunden erst in Sicherheit zu wiegen und ihnen dann doch noch in die - ohnehin schon leeren - Taschen zu greifen. Denn die höheren Beschaffungskosten sind ja kein Phänomen, das erst gestern aufgetreten ist.

Aber: Als Verbraucher kann man durchaus etwas dagegen tun. Insbesondere in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche interessante Stromangebote anderer Unternehmen, beispielsweise den Schwabenstrom der Energie Plus GmbH. Es lohnt sich daher, den Tarifrechner des strom magazins zu nutzen. Weitere Alternativen erfahren Sie in unserem großen Special: Strompreiserhöhung 2005 - Was tun?

Wer ebenfalls von einer Gaspreiserhöhung betroffen ist, kann sich zahlreichen Verbraucherverbänden anschließen und die Erhöhung mittels eines Musterschreibens und mit dem Hinweis auf Unbilligkeit verweigern. Alles Wissenswerte dazu gibt es unter www.energiepreise-runter.de.

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